Nach Urteil: So baut Check24 seine Webseiten um

Berater Top News von Florian Burghardt

Check24 hat seine Internetseiten geändert. Das Vergleichsportal hat damit auf das Urteil im Rechtsstreit gegen den BVK reagiert. Wie künftig die Erstinformation übermittelt wird und welche Vorwürfe Check24 nun gegen Makler und Verband vorbringt.

Zentral auf allen Versicherungs-Startseiten weist Check24 nun auf seine Maklertätigkeit hin. Das ist aber nicht die einzige Änderung auf den Internetseiten des Vergleichsportals.

Zentral auf allen Versicherungs-Startseiten weist Check24 nun auf seine Maklertätigkeit hin. Das ist aber nicht die einzige Änderung auf den Internetseiten des Vergleichsportals. Bild: Screenshot Check24.de

Der Rechtsstreit zwischen dem Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) und der Check24 Vergleichsportal für Versicherungsprodukte GmbH hat sich rund zwei Jahre hingezogen. Nach langem Hin und Her, einem Berufungsverfahren und vier Monaten Wartezeit auf das schriftliche Urteil wird nun offensichtlich umgesetzt, was das Oberlandesgericht (OLG) München Anfang April entschieden hat (Az: 29 U 3139/16).

Mit dem heutigen Tage und damit innerhalb der gesetzten Frist hat Check24 seine Webseiten umgebaut. Im Mittelpunkt der jüngsten Änderungen steht dabei die Erstinformation gemäß § 11 VersVermV.

Vermittler in der Pflicht

Diese hatte das Vergleichsportal bislang ausschließlich am Fuße seiner Versicherungs-Internetseiten als Link angeboten. Erst nach Aufrufen des Links wird die Erstinformation angezeigt und wiederum erst am Fuße dieser Internetseite befindet sich eine Möglichkeit zur Speicherung der Daten per PDF. Zu wenig für das Gericht. Wie es im Urteil heißt, sei der Vermittler in der Pflicht, dem Kunden beim ersten Geschäftskontakt die Informationen in Textform und als dauerhaften Datenträger zu übermitteln.

Dass der Kunde selbst nach der Erstinformation suchen müsse und einen Versicherungsvertrag auch abschließen könne, ohne dass ihm die Belehrung nachweislich zugegangen sei, würde die Pflichten des § 11 VersVermV nicht erfüllen. Das Gericht machte in seinem Urteil sogar einige konkrete Vorgaben für die Umsetzung, beispielsweise einen obligatorischen Download oder den zwingenden Versand per E-Mail, ohne den der Vertragsabschluss nicht fortgesetzt werden kann.

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