Munich Re schnappt sich InsurTechs Getsafe und One

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Munich Re ist ein Riese, aber kein schlafender. Während andere Branchengrößen noch überlegen, kooperiert der Rückversicherer mit den InsurTechs Getsafe und One. Beide sollen zu großen digitalen Versicherern ausgebaut werden.

Die Munich Re hat bei den InsurTechs Getsafe und One zugeschnappt und seine Kooperationen ausgebaut.

Die Munich Re hat bei den InsurTechs Getsafe und One zugeschnappt und seine Kooperationen ausgebaut. Bild: StockSnap/Pixabay

Digitalisiert wird überall. Doch anders als die FinTechs im Bankensektor wollen die meisten InsurTechs die Versicherungsbranche nicht neu erfinden, sondern zusammen mit etablierten Anbietern eine digitale Transformation erreichen. Und diese scheinen nicht abgeneigt. „Versicherer und Rückversicherer sehen in den Startups keine Bedrohung mehr, sondern 'Enabler‘, die ihnen helfen, ihre Produkte und Prozesse zu verbessern“, heißt es dazu in einer aktuellen Studie.

Die Studienergebnisse scheinen sich auch direkt zu bewahrheiten. Denn dieser Tage wurden gleich zwei Kooperationen des Rückversicherungs-Giganten Munich Re mit Versicherungs-Start-ups bekannt. Wie der CEO und Co-Gründer des Online-Maklers Getsafe, Christian Wiens, in seinem Blog mitteilt, wurde eine Kooperation mit der Munich Re geschlossen, durch die Getsafe bald als Versicherer agieren kann. Den Plan, selbst als Versicherer aufzutreten, hegt Getsafe schon länger.

Keine BaFin-Lizenz, aber…

Anders als bei den zuletzt neugegründeten Versicherungsunternehmen wie Flypper, Element, Coya oder Ottonova werde aber wohl keine eigene BaFin-Lizensierung angestrebt. Vielmehr soll, laut Wiens, der neue Partner Munich Re als Risikoträger auftreten. Darüber hinaus wird der Rückversicherer die Prozesse des InsurTech auch mit seiner Infrastruktur und seiner Londoner Experten-Einheit „Digital Partners“ unterstützen.

Als Versicherer braucht Getsafe natürlich auch Produkte. Bedient werden sollen sowohl der Schaden-Unfall-Bereich als auch die Kranken- sowie die Lebensversicherung. In den nächsten Monaten wolle man deshalb mit einer eigenen Haftpflicht- und einer Krankenzusatzversicherung sowie einem Einkommensschutz auf den Markt kommen, schreibt Wiens. Mit seinem digitalen Versicherungsordner betreut Getsafe, laut eigenen Angaben, bislang rund 20.000 Kunden mit 80.000 Policen. Dieses Geschäftsfeld soll auch neben der Versicherer-Tätigkeit beibehalten werden.

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