Millionen Deutsche verarmen durch zu hohe Mieten

Sachwerte von Florian Burghardt

Viele Menschen können sich aufgrund hoher Mietkosten keine private Altersvorsorge leisten. Nicht selten bleibt nach deren Abzug weniger als der Hartz-IV-Regelsatz übrig. Wo es besonders schlimm ist und welche Trends sich abzeichnen, zeigt eine Studie.

Nachdem die Miete bezahlt ist, bleibt für viele Großstädter nur noch wenig von ihrem Einkommen übrig.

Nachdem die Miete bezahlt ist, bleibt für viele Großstädter nur noch wenig von ihrem Einkommen übrig. Bild: MichaelGaida/Pixabay

Immer wieder wird auf ein mittlerweile altbekanntes Problem aufmerksam gemacht: Vielen Menschen in Deutschland droht aufgrund unzureichender gesetzlicher Rentenansprüche die Altersarmut. Dies ist sicher auch ein Grund dafür, warum hierzulande immer mehr Menschen im Rentenalter einer Beschäftigung nachgehen.

Zu einem finanziell abgesicherten Ruhestand beitragen kann die private Altersvorsorge. Doch nicht wenigen Bürgerinnen und Bürgern fehlt trotz Erwerbstätigkeit das Geld für die monatlichen Beiträge. Besonders betroffen sind Frauen und Selbstständige.

Unter Hartz-IV-Niveau

Einen Faktor dafür, warum bei vielen Menschen am Ende des Geldes immer noch so viel Monat übrig ist, hat nun die Hans-Böckler-Stiftung in einer neuen Studie identifiziert. Sie gibt den prekären Mietverhältnissen in deutschen Großstädten die Schuld. So haben etwa 1,3 Millionen Großstadt-Haushalte nach Abzug der Mietzahlung nur noch ein Resteinkommen, das unterhalb der Hartz-IV-Regelsätze liegt, schreiben die Studienautoren. Dies betrifft etwa 2,1 Millionen Menschen.

Ausgewertet haben die Forscher die Daten aus den 77 deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Etwa 40 Prozent aller Großstadt-Haushalte müssen monatlich mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Miete (bruttokalt) ausgeben. Das entspricht rund 5,6 Millionen Haushalten, in denen etwa 8,6 Millionen Menschen leben.

Bei rund einem Fünftel aller Großstadt-Haushalte verschlingt die Miete sogar über 40 Prozent des monatlichen Einkommens. Der bundesweite Durchschnitt für Städte mit über 100.000 Einwohnern liegt hingegen bei 27 Prozent.

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