Lebensversicherung: „Weiche Garantien“ vor Moderner Klassik

Versicherungen von Michael Fiedler

Lebensversicherung: Wie stellen sich Produktentwickler auf die veränderten Marktbedingungen ein? Diese Frage beschäftigte die Teilnehmer auf der 11. Handelsblatt Jahrestagung „Strategiemeeting Lebensversicherung“. Wie die Experten Anlagerisiken und Schwankungen steuern wollen.

Lebensversicherung Garantie Moderne Klassik Niedrigzins

Welche "Garantie"-Modelle bringen den Lebensversicherern Erfolg im Neugeschäft? Fotolia / Microgen

Lebensversicherer müssen sich unter dem Druck von Niedrigzinsen, Solvency II und LVRG neu erfinden. Welche Wege die Produktentwickler dabei gehen wollen, erfragte Amundi Deutschland im Rahmen der 11. Handelsblatt Jahrestagung.
Danach gefragt, welche Rolle Garantiefonds bei der aktuellen Produktentwicklung spielen, antworteten

  • 42 Prozent: Garantien werden verstärkt über den Deckungstopf abgebildet (u.a. Zwei-Topf-Hybride)
  • 32 Prozent: Garantiefonds sind weiterhin zentraler Baustein für Drei-Topf-Hybridmodelle
  • 26 Prozent: Vermehrte Nachfrage nach Garantien in Kollektivvermögen (analog zum Deckungsstock) statt individueller Garantien über Garantiefonds

Welche Art Garantie wird Neugeschäft dominieren?

Die Fragesteller wollten auch wissen, welche Art von „Garantien“ in Zukunft das Neugeschäft in der Lebensversicherung dominieren wird. 43 Prozent der 110 befragten Entscheider setzen hier auf alternative „weiche Garantien“ mit angestrebten Kapitalerhalt, z.B. über VaR-/Vola-Steuerung via Investmentfonds.
Produkten mit endfälligen Garantien, die Chancen auf höhere Überschussbeteiligung bieten (Moderne Klassik), räumen 30 Prozent der Befragten das Potenzial ein, das Neugeschäft künftig zu dominieren.
27 Prozent sehen die Klassische Beitragsgarantie (z.B. 90%) über die gesamte Laufzeit im Neugeschäft vorn.

„Beobachten starkes Kostenbewusstsein“

„Wir beobachten in der Branche zudem ein starkes Kostenbewusstsein“, so Nils Hemmer, Head of Wholesale and Third Party Distribution bei Amundi. Hemmer beruft sich auf die Antworten zur Frage: „Kostenbetrachtung Investmentfonds: Welche Strategie verfolgen Sie im Neugeschäft“. So setzten 66 Prozent der Befragten vermehrt auf den Einsatz von ETFs, Smart Beta-Lösungen oder institutionelle Fondsanteilsklassen ohne Retrozessionen („Weiterrückversicherung“, um das Risiko zu minimieren und zu streuen) sowie mit Fokus auf niedrige Kosten. Bei 28 Prozent der Befragten gibt es eine interne Obergrenze für maximale Verwaltungsvergütung (Laufende Kosten) für alle Fonds. Sieben Prozent antworten, dass Kosten eine untergeordnete Rolle spielen und der Fokus auf Retrozession liege.

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