InsurTech-Boom: Investitionen erreichen Rekordniveau

Digital Top News von Michael Fiedler

Noch nie erhielten Versicherer-Start-Ups mehr Finanzierungen, so eine aktuelle PwC-Auswertung. Wie hoch die Summe ist und welcher Trend sich bei den Investitionen abzeichnet.

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Die Finanzierungen von InsurTechs haben Rekordniveau erreicht, so eine aktuelle Untersuchung. (Symbolbild) Fotolia / sportpoint

Hat die Branche Trends verschlafen? Wird zu wenig von der Versicherungs-Branche selbst in InsurTechs investiert? – So oder ähnlich lauteten Fragen und Vorwürfe an die Versicherungswirtschaft. Kommt nun die Trendwende? Eine aktuelle Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC (Englisch; PDF) zeigt, dass die Investoren in neue Versicherungs-Start-Ups immer häufiger aus der Branche selbst kommen.

InsurTech-Boom gewinnt an Fahrt

Laut PwC-Analyse haben weltweit 64 InsurTechs zwischen April und Juni erfolgreich eine Funding-Runde abgeschlossen. Dabei lagen die Gesamtinvestitionen höher als der addierte Wert für die drei vorangegangenen Quartale: insgesamt 985 Millionen Dollar.

InsurTech als „Enabler“

Die meisten InsurTechs würden sich weniger als Disruptoren des bestehenden Produktangebots verstehen, heißt es in den Untersuchungsergebnissen. Darin würde ein Unterschied zur Digitalisierung im Bankenmarkt bestehen. Die Versicherungs-Start-Ups neigen eher dazu, mit den etablierten Anbietern gemeinsam die Branche transformieren zu wollen.
„Versicherer und Rückversicherer sehen in den Startups keine Bedrohung mehr, sondern 'Enabler‘, die ihnen helfen, ihre Produkte und Prozesse zu verbessern“, sagt Maren Hausmann.

Im Zweifel lieber die angestammten Versicherer

Eine eigene Versicherer-Lizenz zu beantragen, wie zuletzt auch in Deutschland von einigen Start-Ups, ist laut PwC-Beobachtungen eher die Ausnahme. Fehlende Erfahrungen bei der Risikoanalyse und regulatorische Vorschriften, wie z.B. hohe Eigenkapitalanforderungen, werden als Hemmnisse genannt. Aber auch das Kundenverhalten spielt eine Rolle. So seien die meisten Kunden zwar offen für neue Lösungen wie digitale Schadensbearbeitung. Doch: „Im Zweifel wünschen sie sich solche Tools aber lieber von ihrem angestammten Versicherer als von einem Startup, dessen Namen sie noch nie gehört haben“, so Hausmann.

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