Getsurance verbessert BU-Bedingungen, aber…

Versicherungen von Florian Burghardt

Aufgrund kritischer Hinweise von Maklern und Verbraucherschützern hat Getsurance die Bedingungen seiner BU-Tarife nachgebessert. Was neu ist, was auf Bestandskunden zukommt und was die Makler Philip Wenzel und Guido Lehberg dazu sagen.

Sehen trotz den aktuellen Bedingungsänderungen noch Verbesserungspotenzial in den Getsurance BU-Tarifen: Die Makler Philip Wenzel (links) und Guido Lehberg.

Sehen trotz den aktuellen Bedingungsänderungen noch Verbesserungspotenzial in den Getsurance BU-Tarifen: Die Makler Philip Wenzel (links) und Guido Lehberg. Bild: Wenzel/Lehberg

Seit Juni ist Getsurance mit einer vollständig online abschließbaren Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) auf dem Markt. Die Vertragsbedingungen seiner „Job“-Tarife hat das InsurTech nun noch einmal nachgebessert.

Die wichtigste Änderung betrifft dabei die Ausschlüsse riskanter (Freizeit-)Tätigkeiten. Wie das Unternehmen erklärt, sei eine Definition von „riskant“ aus Sicht von Vermittlern und Verbraucherschützern als problematisch bezeichnet worden. Die damit verbundenen Ausschlüsse hat das InsurTech nun gestrichen. „Wir reagieren mit den Änderungen auf die kritischen Hinweise einzelner Makler sowie der Verbraucherzentrale Hamburg“, so Getsurance-Gründer Dr. Viktor Becher.

Die neuen Bedingungen werden dem Vernehmen nach ab nächster Woche online einsehbar sein. Auf procontra-Nachfrage erklärte Becher: „Unsere Bestandskunden können ohne erneute Gesundheitsprüfung in die neuen Versicherungsbedingungen wechseln. Sie müssen dafür lediglich eine neue Antragsfrage nach riskanten Tätigkeiten beantworten.“ Wie der COO weiter berichtet, hat sich bereits eine dreistellige Anzahl von Kunden für Getsurance entschieden, womit die Erwartungen des InsurTechs übertroffen wurden.

Geschmückt mit Makler-Lob

In seiner Pressemitteilung zitiert Getsurance einige, auf BU-Versicherungen spezialisierte Makler in Bezug auf die Bedingungsänderungen. So zum Beispiel Philip Wenzel von Freche Versicherungsmakler: „Aus der Perspektive eines Maklers, der immer im Sinne seiner Kunden agiert, sind die angepassten Versicherungsbedingungen positiv zu bewerten. Ein Produkt ist immer kundenfreundlicher, wenn die Bedingungen eindeutig formuliert sind.“

Auch der „BU-Profi“ Guido Lehberg wird zitiert: „Die Streichung der unüblichen Ausschlüsse verbessert das Bedingungswerk deutlich gegenüber der ersten Generation.“

procontra hakte nach

Auf procontra-Nachfrage erweitert Wenzel seine Aussage: „Das Produkt ist schlank aufgestellt und recht sauber kalkuliert. Es gibt bei den meisten Berufen eine passendere Alternative am Markt, aber gerade bei psychischen Vorerkrankungen drängt es sich auf.“

Lehberg weist neben seinem Lob für die verbesserten Bedingungen auch auf ein paar bleibende Schwachstellen in den Getsurance-Tarifen hin. So sei weiterhin maximal 60 Prozent des Netto-Monatseinkommens als BU-Rente versicherbar. Aus Lehbergs Sicht viel zu wenig für Kunden, um ihren Status abzusichern. „Es gibt aber durchaus Leute, denen das bewusst reicht“, sagt der Makler.

Unter anderem hält Lehberg auch die Beitragsentwicklung der Getsurance-Tarife für schwer kalkulierbar. Nach fünf Jahren könnten sich diese ohne Eingrenzung verändern. „Die Bedingungen sind nun besser“, so Lehberg, „aber noch nicht oberste Qualität.“

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