Generali: Wechseln alle Vertreter zur DVAG?

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Fällt mit dem Lebensversicherungsgeschäft bei der Generali auch die Ausschließlichkeitsorganisation weg? Medienberichten zufolge sollen die über 3.000 Vertreter zur DVAG wechseln. Das könnte allerdings zu Schwierigkeiten führen.

Geht für die Generali-Vertreter bald eine andere Lampe an?

Geht für die Generali-Vertreter bald eine andere Lampe an? Bild: Generali

Am 28. September sind die rund 3.200 Ausschließlichkeitsvertreter der Generali nach München eingeladen. Ein Besuch auf dem Oktoberfest steht dabei aber – wenn überhaupt – nur an hinterer Stelle auf der Tagesordnung. Vielmehr soll es um die Zukunft der Mitarbeiter der Ausschließlichkeitsorganisation (AO) der Generali gehen. Sie sollen von der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) übernommen werden. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Insiderinformationen.

Diese Planungen sollen mit der gegenwärtigen Situation der Generali Deutschland zu tun haben. Der deutsche Ableger des italienischen Versicherers steckt mitten in einem großen Umbauprozess. Erst vor zwei Wochen wurden weitreichende personelle Änderungen im Vorstand bekanntgegeben. Auf Konzernebene will man sich zudem aus dem Geschäft in mehreren Verlust-Ländern zurückziehen.

Macht es ohne Leben noch Sinn?

Hauptproblem für die deutsche Generali ist ihr Lebensversicherungsgeschäft. Ob es an manchen Problemen mit Maklern oder der Streichung von Überschüssen bei Privatrenten liegt – in jedem Fall ist die Generali im Ranking der größten deutschen Lebensversicherer weiter zurückgefallen. Es verwundert daher kaum, dass sie zuletzt auch die Möglichkeiten zum Verkauf ihrer Leben-Sparte prüfen ließ.

Durch einen Verkauf oder internen Run-off könnten die über 3.000 Vertreter kein Leben-Neugeschäft mehr für die Generali vermitteln. Für sie würde eine wichtige Einkommensquelle wegfallen. Zumal aus Branchenkreisen zu vernehmen ist, dass damit möglicherweise auch Dynamik- und Bestandsprovisionen passé sein könnten. Sowohl die Generali als auch die DVAG sprachen dazu auf procontra-Nachfrage von „Gerüchten, die sie nicht kommentieren wollen“.

Harte Verhandlungspartner

Außerdem: Käme es zum Wechselangebot von der Generali-AO zur DVAG, so wird dies sicher kein Selbstläufer. Denn neben dem überwiegenden Status als Handelsvertreter sind einige hundert der Generali-Außendienstler auch angestellte Verkäufer. Ihre Arbeitsverträge rühren aus der Fusion mit der Volksfürsorge aus dem Jahr 2009 her.

Die ehemaligen Volksfürsorge-Mitarbeiter gelten als gut organisiert und haben sich der Generali beispielsweise bereits mit hunderten Klagen zur Zahlung von Betriebsrenten entgegengestellt. Im Falle einer Außendienst-Übernahme durch die DVAG dürfte mit harten Verhandlungen zu rechnen sein. 

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