Die meisten Bauherren verrechnen sich

Sachwerte von Martin Thaler

Wer sein Eigenheim bauen will, sollte sich der ausufernden Kosten gewahr sein: In 75 Prozent aller Fälle wird ein Hausbau teurer und langwieriger als gedacht.

Oftmals geht für die Bauherren die Rechnung nicht auf - der Hausbau entpuppt sich teurer als gedacht.

Oftmals geht für die Bauherren die Rechnung nicht auf - der Hausbau entpuppt sich teurer als gedacht. Foto: cleankidsmagazin - Pixabay.de

Das Eigenheim ist angesichts niedriger Bauzinsen für viele Deutsche derzeit ein Traum, den es zu verwirklich gilt. Dabei sollte die Finanzierung jedoch penibel durchdacht werden – denn oftmals wird der Bau teurer als vorher gedacht. So lagen bei drei von vier in den vergangenen fünf Jahren erbauten Häusern die Kosten Plan, wie aus der „Bauherren-Studie 2017“ des Beratungsunternehmens Almondia hervorgeht.  

In jedem zehnten Fall wurde es für die Bauherren besonders teuer – bei den Baukosten war am Ende ein Zuschlag von bis zu 30 Prozent zu verzeichnen. Bei jedem fünften Neubau waren es bis zu 20 Prozent, bei jedem dritten Haus fielen die tatsächlichen Kosten immerhin bis zu 10 Prozent höher aus als veranschlagt.   Weiteres Ärgernis für Bauherren: In einem Viertel aller Fälle dauerte der Hausbau mindestens drei Monate länger als gedacht.

„Bauprojekte folgen häufig einem sehr engen Zeitplan. Da die Arbeiten aufeinander aufbauen, können selbst kleine Verzögerungen zu einem Dominoeffekt führen“, erläuterte Prof. Dr. Evi Hartmann von der Universität Erlangen-Nürnberg, die die Studie wissenschaftlich begleitete.  

Ein Beispiel: Wenn die Verzögerungen bis in den Winter andauerten, dieser zudem kalt ausfällt, könne der Estrich nicht gegossen werden. Fehlt der Estrich, kann auch der Bodenbelag nicht verlegt werden.  

Strapazen sorgen für emotionalen Stress

„Jede Bauverzögerung kostet zusätzliches Geld. Das ist bei Bauherren ohnehin oft knapp“, erklärt Almondia-Geschäftsführer Dr. Gordian Rättich. Diese Strapazen führen somit nicht nur zu einem angespannten Geldbeutel, sondern auch zu emotionalen Belastungen für die Bauherren. Laut Almondia-Umfrage gab ein Drittel der Bauinteressierten an, verstärkten Stress innerhalb der Familie beobachtet zu haben. Zwölf Prozent berichten sogar von beruflichen Problemen ihrer Freunde und Familienmitglieder.

Angehende Bauherren sollten sich über die eventuellen Probleme also im Klaren sein. Zu beachten sind auch Baunebenkosten, wie beispielsweise die Grunderwerbssteuer oder Erschließungskosten für das Baugrundstück. Diese können bis zu 15 Prozent der Bau- bzw. Kaufkosten ausmachen.  

Für ihre Untersuchung hat Almondia mehr als 1.000 Bundesbürger befragt, die entweder in den vergangenen Jahren gebaut haben oder gerade einen Bau planen.

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