Check24-Urteil: Erstinformation auch am Telefon?

Berater Top News von Florian Burghardt

"Hilfe, der Kunde ruft an!" Müssen Vermittler nach dem OLG-Urteil nun anders telefonieren und ihre Internetseiten nach dem Vorbild von Check24 umbauen? Peter Breun-Goerke, Norman Wirth und Michael H. Heinz geben Antworten.

Müssen Vermittler nun gleich beim ersten Anruf des Kunden die Erstinformation übermitteln? Zwei Rechtsexperten und BVK-Präsident Heinz gaben procontra Antworten.

Müssen Vermittler nun gleich beim ersten Anruf des Kunden die Erstinformation übermitteln? Zwei Rechtsexperten und BVK-Präsident Heinz gaben procontra Antworten. Bild: klca_or_kr/Pixabay

Eigentlich ist der Rechtsstreit zwischen dem Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) und der Check24 Vergleichsportal für Versicherungsprodukte GmbH entschieden. Das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München liegt vor und das Vergleichsportal hat seine Internetseiten geändert. Doch gerade aufgrund dieser Änderungen ergeben sich nun neue Fragen.

Denn Check24 erhebt Vorwürfe gegen viele Vermittler. Diese würden, anders als das Vergleichsportal, ihre Verpflichtung verletzten, die Erstinformation gemäß § 11 VersVermV beim ersten Geschäftskontakt in Textform auf einem dauerhaften Datenträger zu übermitteln. Besonders beim telefonischen Erstkontakt, also wenn der Kunde beim Makler anruft, prophezeit Check24 den Vermittlern Probleme.

Vor wenigen Tagen hatte BVK-Präsident Michael H. Heinz gegenüber procontra geäußert, dass BVK-Mitglieder in der Regel alle derzeitigen gesetzlichen Anforderungen erfüllen würden. Zum Thema Kundenanrufe erklärte Heinz nun: „Leider werden bei den Diskussionen zur Erstinformation viele Dinge durcheinandergebracht. Die Erstinformation muss beim ersten Geschäftskontakt mitgeteilt werden. Beim ersten Geschäftskontakt muss es also um einen konkreten Geschäftsabschluss gehen.“

Davon zu unterscheiden sei die Anbahnungsphase, um die es sich beim ersten Telefonkontakt häufig handeln würde. „Auch wenn im Einzelfall also gar kein erster Geschäftskontakt im Sinne von § 11 VersVermV vorliegt, werden wir unseren Mitgliedern in jedem Fall empfehlen, den Verpflichtungen nach § 11 VersVermV nachzukommen, auch wenn dies nicht erforderlich ist“, so der BVK-Präsident auf procontra-Nachfrage.

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