BVK: Die Vorwürfe von Check24 sind absurd

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Check24 hat seine Internetseiten umgebaut und kommt damit den Forderungen des OLG-Urteils nach. Doch reicht das aus, machen sich jetzt Makler schuldig und was bringt die IDD Neues? Drei Fragen an BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Sieht keine Fehler bei seinen Mitglieds-Maklern: BVK-Präsident Michael H. Heinz.

Sieht keine Fehler bei seinen Mitglieds-Maklern: BVK-Präsident Michael H. Heinz. Bild: procontra

procontra: Check24 hat seine Internetseiten geändert. Erfüllen die Maßnahmen Ihrer Meinung nach und mit speziellem Blick auf das Thema Erstinformation nun vollumfänglich die Vorgaben des OLG-Urteils?  

Michael H. Heinz: Das können wir zurzeit nicht beurteilen. Wir werden die Änderung des Vermittlungsprozesses von Check24 durch unsere Anwälte prüfen lassen und dann entscheiden. Noch ist allerdings keine Rechtskraft eingetreten.  

procontra: Check24 bemängelt die Handhabung vieler BVK-Makler in Sachen Erstinformation. Gerade bei einem geschäftlichen Erstkontakt per Telefon könnte es für einige Vermittler schwierig werden, diese zu übermitteln. Wie beurteilen Sie die Vorwürfe und was sollten Vermittler jetzt tun?  

Heinz: Die Vorwürfe sind absurd. Denn bei stationären Versicherungsmaklern erfolgt eine erste Kontaktaufnahme vornehmlich auf persönlicher Basis und in einem persönlichen Gespräch. Websites unserer Mitglieder dienen als erste virtuelle Visitenkarte, der Vertrieb erfolgt auf persönlicher Basis. Dabei erfüllen Versicherungsmakler die gesetzlich vorgeschriebene Erstinformation und informieren, welchen Status sie haben. Telefonische Erstkontakte sind Vermittlern zudem nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb seit Jahren verboten beziehungsweise sie müssen sich vorher eine Einverständniserklärung ihrer Kunden dafür einholen. Dann hat aber schon eine Kundenbeziehung bestanden, so dass der Kunde weiß, welchen Status sein Vermittler hat.  

procontra: Die Umsetzung der IDD hierzulande könnte die Themen Fernabsatz, Erstinformation und Online-Beratung noch einmal aufmischen. Muss Check24 seine Webseiten dann erneut ändern und was kommt im Zuge dessen auf die BVK-Mitglieder zu?  

Heinz: Das IDD-Umsetzungsgesetz definiert, dass der Online-Vertrieb künftig dieselben Pflichten an Information, Beratung und Dokumentation zu erfüllen hat. Der Gesetzgeber wollte gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Vertriebswege. Dies haben wir ausdrücklich unterstützt. Ob die noch in Arbeit befindliche Verordnung zur IDD-Umsetzung die von Ihnen genannten Themen „aufmischen“ wird, vermögen wir derzeit nicht zu beurteilen. BVK-Mitglieder erfüllen in der Regel jedenfalls alle derzeitigen gesetzlichen Anforderungen. Dafür sorgen auch unsere Verbandsarbeit und die vielen Verbandsinformationen für unsere Mitglieder.

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