Wohngebäude: Schaden beginnt im Vertrieb

Berater Top News von Michael Fiedler

Wohngebäudeversicherung: Schadenprävention sollte bereits im Verkaufsgespräch thematisiert werden, so eine Erkenntnis der hnw-Studie „Versicherungsschutzkonzepte und –services für Immobilienbesitzer“. Wo Aufklärungsbedarf besteht und wie offen junge Menschen SmartHome-Technologien gegenüberstehen.

Wohngebäude Prävention Schadenabwehr

Lösungen im Schadenmanagement müssen in den Vertriebsprozess integriert werden, wenn sie erfolgreich sein sollen. Fotolia /Michael Schütze

Der Schadensfall ist der Moment der Wahrheit für jeden Versicherer. Die Anbieter setzen im Schadenmanagement auf Service-Leistungen, um ein möglichst positives „Schadenerlebnis“ hervorzurufen. Wenn dem Kunden bereits bei Vertragsabschluss bekannt ist, welche Service-Leistungen er mit dem Produkt zusätzlich zum Versicherungs- und Risikoschutz eingekauft hat, erhöht sich die Chance signifikant, dass er diese auch im Schaden nutzt bzw. akzeptiert, zu diesem Teilergebnis kommt die repräsentative Studie „Versicherungsschutzkonzepte und –services für Immobilienbesitzer“ der hnw consulting.

Risikoeinschätzung und Schadenprävention

Jüngere Kunden wollen Smart-Home und Beratung

Gerade Smart-Home-Technologie kann im Bereich von Sicherheit und Prävention entscheidende Beiträge leisten. Sehen offenbar auch die befragten Immobiliennutzer so: Mehr als die Hälfte nutzt oder plant den Einsatz von Alarm- oder Smart-Home-Technik oder hat Interesse daran. Besonders Jüngere (18 bis 44 Jahre) haben Interesse an solchen Lösungen. Zudem ist zu erkennen, je jünger die Immobilie, desto größer das Interesse an Smart-Home-Technik. Dabei fällt auf:
Jüngere Kunden sind auch an Beratungsleistungen deutlich stärker interessiert. Das könnte mit einer weiteren Erkenntnis der Studie zusammenhängen. Denn jeder zweite aus dieser Kundengruppe erwartet Rabatte, wenn er Präventionsangebote von Versicherern nutzt.
Versicherer, die überlegen, welche Präventionsangebote sie machen, sollten auf Sensor-Technik setzen. Sensoren finden bei 83 Prozent der Versicherungsnehmer Akzeptanz; 37 Prozent würden die Sensoren auch ohne Gegenleistung einbauen. Klingt verlockend für die Versicherer. Immerhin will auch die Hälfte der befragten Versicherer auf solche Technologien setzten. Allein es bleibt bei einer Willensbekundung denn laut Studie gibt es keinen Versicherer, der eine solche Sensortechnik anbiete.

Datenübertragung: Junge vertrauen Versicherern

Die Voraussetzungen für den Einsatz solcher Sensortechnik sind allerdings nicht schlecht. So können sich vier von zehn Immobilienbesitzern vorstellen, Daten an ihre Versicherung zu übertragen. Jüngere unter 45 Jahren sind der Datenübertragung gegenüber aufgeschlossener. Die Akzeptanz einer Datenübertragung zum Versicherer liegt bei 18- bis 29-jährigen Immobilienbesitzer bei 6 Prozent.  
Möglicherweise überraschend: Öffentlich-rechtliche Versicherer genießen bei den Versicherten kein größeres Vertrauen. Im Gegenteil: Kunden öffentlich-rechtlicher Versicherer sind der Datenübertragung gegenüber weniger aufgeschlossen. Das Nutzungsinteresse seitens der Versicherer liegt hingegen bei 100 Prozent.

Sicherheitsberatung – alle wollen, niemand macht es

Gefallen lassen müssen sich Versicherer die Frage, warum sie keine Sicherheitsberatungen anbieten. Immerhin 68 Prozent der Kunden schätzt eine solche Beratung als wichtig ein. Auch alle befragten Versicherer halten eine Sicherheitsberatung durch den Versicherer für „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Aber es fehlen entsprechende Angebote bzw. Produkte, so die Studie.

Zur Studie:
Die Studie der Management- und Organisationsberatung hnwconsulting basiert auf einer Online-Befragung über Toluna. Als Zielgruppe wurden Immobilienbesitzer ab 18 Jahren ausgewählt. Die repräsentativen Ergebnisse (Befragte: N = 1.000) sind gewichtet nach dem aktuellen Zensus des Statistischen Bundesamtes. Der Untersuchungszeitraum lag zwischen Dezember 2016 und Februar 2017.

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