Vorzeitiger Ruhestand wird teuer

Versicherungen von Martin Thaler

Wer frühzeitig in Rente gehen möchte, sollte sich der finanziellen Folgen bewusst sein. An diesen ändert auch das in Kraft getretene Flexirentengesetz nichts, wie das Deutsche Institut für Altersvorsorge betont.

Ein früher Renteneintritt kann teuer werden.

Ein früher Renteneintritt kann teuer werden. Foto: 3dman_eu - Pixabay.de

Wer vorzeitig in Rente gehen möchte, sollte sich der finanziellen Konsequenzen bewusst sein. Wie das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) vorrechnet, wird die gesetzliche Rente pro Monat, den man vor Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters in den Ruhestand geht, um gut 0,3 Prozent reduziert – eine Kürzung, die im Übrigen für die gesamte Rentenbezugsdauer gilt. Bei einer ursprünglichen Rentenhöhe von 1.500 Euro wäre das für den Fall, dass man ein Jahr früher in Rente geht, ein Minus von 54 Euro.  

Das jüngst eingeführte Flexirentengesetz ermöglicht es, diese Abschläge durch zusätzliche Beitragszahlungen auszugleichen – und zwar bereits mit 50 Jahren und nicht, wie zuvor, mit 55.  

Um die Abschläge auszugleichen, sind laut DIA-Berechnungen allerdings erhebliche Beträge notwendig. So müsste der Rentner, der die oben genannten Abschläge ausgleichen möchte, insgesamt 12.760 Euro einzahlen.  

Wer nicht nur ein Jahr, sondern drei Jahre eher den Ruhestand genießen möchte, kommt bereits auf eine Summe von 41.380 Euro, um den monatlichen Abschlag von 162 Euro ausgleichen zu können.  

Finanzielle Folgen berücksichtigen

„Diese finanziellen Folgen eines vorgezogenen Rentenbeginns sollten in der Planung des eigenen Ruhestandes bedacht werden. Nicht ohne Grund wurde der Zeitpunkt, ab dem solche Zahlungen möglich sind, vom Gesetzgeber vorgezogen. Damit soll den Versicherten mehr Zeit eingeräumt werden, um die Vorkehrungen für den Wechsel vom Erwerbsleben in die Rentenphase zu treffen“, erläutert DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. Die entstehende Rentenlücke lasse sich alternativ auch mit einer privaten Vorsorge absichern.  

Wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, ist für viele Deutsche der Ruhestand ein Fremdwort. So ging 2016 jede neunte Person zwischen 65 und 74 Jahren einer Beschäftigung nach – das sind von 83, Millionen Menschen in dieser Altersgruppe 942.000. Die Zahl der arbeitenden 65-bis 74-Jährigen hat sich somit innerhalb der vergangenen zehn Jahre verdoppelt.

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