Versicherungsvertreter fast so beliebt wie Werber

Berater von Martin Thaler

Einmal im Jahr misst der Beamtenbund die öffentliche Wertschätzung einzelner Berufsgruppen. Traditionell landen Versicherungsvertreter dabei auf dem letzten Platz - diesmal jedoch nur knapp.

Der Versicherungsvertreter genießt bei den Deutschen meist keine Wertschätzung.

Der Versicherungsvertreter genießt bei den Deutschen meist keine Wertschätzung. Foto: blattwerkstatt - fotolia.com

Es ist schon eine gewisse Tradition: Einmal im Jahr fragt DBB Beamtenbund (früher Deutscher Beamtenbund), Interessenvertretung des öffentlichen Dienstes, nach der Wertschätzung der Bevölkerung gegenüber dem öffentlichen Dienst. Interessantes Nebenprodukt dieser Umfrage ist auch immer die Ermittlung des öffentlichen Ansehens gegenüber anderen Berufsgruppen, auch der Versicherungsvertreter.

Und es ist auch bedauernswerte Tradition, dass der hier nicht genauer spezifizierte Versicherungsvertreter (es findet keine Unterscheidung zwischen Ausschließlichkeit oder Makler statt) deutschlandweit die geringste Wertschätzung genießt. In diesem Jahr ist es nicht anders. Gerade einmal 11 Prozent der 1.001 Befragten gaben an, Versicherungsvertreter hoch anzusehen.  

Zum Vergleich: Feuerwehrleute stehen hingegen bei 96 Prozent der Deutschen hoch im Kurs, auch Ärzte (89 Prozent), Kranken- und Altenpfleger (88), Polizisten (87) sowie Erzieher im Kindergarten/ Kita genießen in der Bevölkerung hohe Anerkennung.  

Nun kann man argumentieren, dass die Finanzbranche allgemein skeptisch begutachtet wird – allerdings greift dieser Ansatz zu kurz. Zwar gehören auch Steuerbeamte, Steuerberater oder Bankangestellte nicht zu Deutschlands Lieblingen, ihr öffentliches Ansehen rangiert jedoch in weit höheren Regionen als das des Versicherungsvertreters.  

Ansehen wächst um zwei Prozentpunkte

Dessen Ansehen legte zwar im Vergleich zu 2016 um 2 Prozentpunkte zu und kommt somit fast an das immer weiter sinkende Ansehen der Werbeagentur-Mitarbeiter (mittlerweile bei 12 Prozent) heran – von einer Trendwende kann jedoch keine Rede sein. Vielmehr verharren die Beliebtheitswerte für den Versicherungsvertreter seit Beginn der Umfragen im Jahr 2007 auf dem gleichen Niveau und variieren höchstens um wenige Prozentpunkte.  

Die Umfrage differenziert wie bereits erwähnt nicht zwischen Versicherungsvertreter und Makler, so dass auch letztere sich von der Umfrage angesprochen fühlen müssen. In der breiten Öffentlichkeit, oftmals auch in den Medien, sind die Unterschiede zwischen den Begrifflichkeiten meist unbekannt, die Bezeichnung Versicherungsvertreter wird meist synonym für jeden gebraucht, der sein Geld mit dem Vertrieb von Versicherungen verdient.  

Zu den Gründen für das niedrige Ansehen macht die Umfrage keine Angaben, so dass hier nur spekuliert werden kann. Eine Rolle spielen dürften schwarze Schafe aus der Branche oder Skandale der Vergangenheit, die von den Medien gerne aufgegriffen werden und angesicht der fehlenden Differenzierung sowohl Vertreter als auch Makler in Mitleidenschaft ziehen. Hier ist die Branche an sich gefragt, diesen vereinzelten Negativbeispielen etwas entgegenzustellen.

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