Regionalklassen 2018: Das verändert sich für deutsche Autofahrer

Versicherungen von Martin Thaler

Jedes Jahr legt der GDV seine Regionalstatistik vor - sie beeinflusst, für welche Autofahrer die Versicherung im kommenden Jahr teurer werden kann. Insbesondere im Bereich der Haftpflichtversicherung gibt es hier Bewegung.

In den Zulassungsbezirken, in denen viele Schäden registriert wurden, kann es für Kfz-Versicherte im kommenden Jahr teurer werden.

In den Zulassungsbezirken, in denen viele Schäden registriert wurden, kann es für Kfz-Versicherte im kommenden Jahr teurer werden. Foto: WikimediaImages - Pixabay.de

Der Herbst gilt in der KfZ-Versicherung als Wechselsaison – bis zum 30. November können Autobesitzer ihre bestehende Kfz-Police kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln.  

Bereits im September, bzw. Ende August, meldet sich der Branchenverband GDV zu Wort und präsentiert die neuen Regionalklassen. Diese können einen Einfluss haben auf die Höhe der Versicherungsbeiträge der Menschen in den 413 Zulassungsbezirken in Deutschland.  

Das vom GDV verkündete Ergebnis macht 5,5 Millionen Autofahrern Hoffnung – ihre Regionalklassen in der Haftpflichtversicherung wurden nach unten gestuft. Für rund 3,6 Millionen Kfz-Besitzer in 41 Bezirken geht es indes in die andere Richtung – ihre Beiträge könnten im kommenden Jahr teurer werden. Für den Großteil allerdings bleibt alles beim gleichen – 31 Millionen Kfz-Besitzer in 305 Zulassungsbezirken bleiben in der gleichen Regionalklasse wie bereits im vergangenen Jahr.  

Für die Festlegung der Regionalklassen wertet der GDV die Schadensbilanzen der einzelnen Zulassungsbezirke aus. Berücksichtigt wird hierbei ein 5-Jahres-Zeitraum. Kracht es in einer Region nun besonders häufig und die Versicherungen besonders häufig zu Leistungen veranlasst werden, steigt entsprechend die Regionalklasse, was für den Kunden dementsprechend höhere Kosten nach sich ziehen kann.  

Besonders niedrige Schadensbilanzen wurden – wie bereits in den Vorjahren – in Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachen und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet. Die bundesweit beste Schadensbilanz in der Kfz-Haftpflichtversicherung errechneten die GDV-Statistiker für den Zulassungsbezirk Elbe-Elster in Brandenburg (errechneter Indexwert: 70,61 – Regionalklasse 1).  

Hohe Regionalklassen vor allem im Süden zu finden

Hohe Regionalklassen gelten vor allem in den Großstädten, aber auch in Teilen Bayerns. Wie bereits im Vorjahr lag Offenbach am Main mit einem Indexwert von 133,93 (Regionalklasse 12) am Ende des Tableaus.  

In der Kasko-Versicherung auch gab es im Vergleich zum Vorjahr nur wenige Änderungen zu verzeichnen. Hier bleibt für 29 der 34 Millionen Voll- und Teilkaskoversicherten alles beim gleichen. Rund 2,8 Millionen Versicherte rutschen derweil in eine niedrigere Klasse, 2,6 steigen indes in eine höhere auf. Hier fließen neben den Versicherungsleistungen für selbstverschuldete Unfälle auch andere Kasko-Schadensfälle, wie Wildunfälle, Autodiebstähle oder Hagelschäden mit ein.  

In der Teilkasko-Versicherung wies das bayerische Bamberg den niedrigsten Wert aus (Indexwert: 54,92 – Regionalklasse 1), doch auch der höchste findet sich in Bayern wieder: im Ostallgäu (Indexwert: 214,10 – Regionalklasse 14). Auch in der Vollkasko-Versicherung befindet sich der Zulassungsbezirk mit dem höchsten Wert im Süden der Republik, in Garmisch-Partenkirchen (Indexwert 141,75 – Regionalklasse 9). Schadensfrei verlief das Jahr vor allem für Autos, die im ostfriesischen Wittmund (Indexwert: 78,15 – Regionalklasse 1) zugelassen sind (entscheidend ist nicht der Unfallort, sondern der Ort der Zulassung).  

Auswirkungen auf den Preis der Versicherungspolice muss eine verbesserte bzw. verschlechterte Einstufung allerdings nicht haben – die Regionalstatistik des GDV ist für die Versicherer unverbindlich. Darüber hinaus ist die Regionalklasse neben u.a. der Typklasse des versicherten Fahrzeugs, der unfallfreien Zeit des Fahrers, der Höhe der Selbstbeteiligung oder der gefahrenen Kilometerleistung im Jahr nur eines unter vielen Tarifmerkmalen.

Die Regionalklassen für alle jeweiligen Regionen können Sie hier abfragen.

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