PKV-Anbieter spüren Beitragsdruck

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Die meisten Kunden der PKV sind mit ihrer Versicherung hochzufrieden. Das könnte sich bald ändern, mutmaßt das Analysehaus Assekurata - denn in Zukunft stehen den PKV-Versicherten wohl weitere Beitragsanpassungen ins Haus.

Die PKV-Anbieter müssen auch in Zukunft die Beiträge anpassen, ist das Analysehaus Assekurata überzeugt.

Die PKV-Anbieter müssen auch in Zukunft die Beiträge anpassen, ist das Analysehaus Assekurata überzeugt. Foto: Free-Photos - Pixabay.de

Wie ist es um die private Krankenversicherung bestellt? Wie verlief das vergangene Jahr, wie sind die Kunden zufrieden und auf was müssen sich Versicherungen und Patienten in den kommenden Jahren einstellen? Diesen Frage ging das Analysehaus Assekurata in einer neuen Studie auf den Grund. Ein Überblick.

Die Bestandszahlen  

Die Private Krankenversicherung kann durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken. Laut Marktausblick der Ratingagentur Assekurata konnten die privaten Versicherer den Bestandsschwund bei den Vollversicherten gegenüber den Vorjahren deutlich zurückfahren – auf insgesamt nur noch 14.600 Personen. Das ist ein Minus von 0,2 Prozent. (Eine Übersicht zur Bestandsentwicklung der 12 größten Anbieter finden Sie hier).

Besonders erfreulich gestaltete sich dabei das Wechselsaldo zwischen GKV und PKV. Waren es 2015 noch 19.500 PKV-Versicherte, die zurück in die Gesetzliche wechselten, betrug der Schwund im vergangenen Jahr hingegen nur noch 1.000 Personen – und das obwohl der PKV-Verband im September angekündigt hatte, dass auf rund zwei Drittel der Versicherten Beitragsanpassungen im zweistelligen Bereich zukommen würden.  

Erfreulich gestaltet sich auch die Entwicklung im Bereich der Zusatzversicherungen – wenn sie auch gegenüber den Vorjahren ein bisschen an Schwung verloren hat. Die Nachfrage wuchs allerdings weiter, so dass Ende 2016 insgesamt 1,3 Prozent mehr Verträge vorlagen als noch 2015. Insbesondere Zahnzusatzversicherungen und Pflegeergänzungsversicherungen waren bei den Kunden sehr beliebt. Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) konnte die in sie gesteckten Erwartungen bislang jedoch nicht erfüllen – gerade einmal 31.800 neu versicherte Personen kamen hinzu (gesamt: 606.800).  

Die Beiträge  

Im Zehnjahresvergleich 2007 bis 2017 haben sich die Beiträge im Assekurata-Durchschnitt um 53 Prozent erhöht – aufs Jahr gerechnet entspricht das einer Anpassung von 4,2 Prozent. Die Unterschiede zwischen den Unternehmen sind jedoch groß, das beitragsstärkste Unternehmen kommt in dieser Zeitspanne nur auf eine Erhöhung von 32 Prozent, umgerechnet 2,9 Prozent pro Jahr.  

Zum Vergleich: In der GKV stieg der Höchstbeitrag (inklusive Zusatzbeitrag) im selben Zeitraum um knapp 30 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent pro Jahr. „Absolut gesehen liegt die GKV mit einem Beitragsanstieg von insgesamt 156 Euro jedoch rund 17 Euro über dem Assekurata-Durchschnitt“, erklären die Assekurata-Analysten.  

Mit der Entwicklung der Beitragsanpassungssätze zeigen sich auch immer mehr Versicherte zufrieden. Erklärten 2013 knapp zwei Drittel (63,8 Prozent) der befragten Vollversicherten, mit der Beitragsentwicklung zufrieden zu sein, waren es 2016 bereits 71,2 Prozent. „Auch wenn die Zufriedenheit mit der Beitragsentwicklung aus unserer Sicht noch verbesserungswürdig ist – dies betrifft insbesondere die Nicht-Beihilfeversicherten in der Altersklasse 50 bis 69 – zeigen die Analysen im Ergebnis dennoch eine konstant hohe Kundenzufriedenheit“, hebt Gerhard Reichl, Fachkoordinator Krankenversicherung bei Assekurata, hervor.

Denn mit ihrer privaten Krankenversicherung insgesamt zeigten sich 96 Prozent der Befragten vollkommen, sehr oder nur zufrieden. Dieser Wert ist über die vergangenen Jahre nahezu konstant geblieben (2013: 95,3 Prozent).  

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