LVRG drückt Abschlusskostenquote weiter

LV-Check Versicherungen Top News von Matthias Hundt

Auch im zweiten Bilanzjahr unter dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) konnten die Abschlusskosten weiter gesenkt werden. Die Tops & Flops unter den Anbietern und wer seine Quote besonders senken konnte.

procontra LV-Check 2017 - die Bilanzanalyse der deutschen Lebensversicherer

Das LVRG wirkt weiter. 2016 sank die Abschlusskostenquote der Lebensversicherer auf 4,66 Prozent (Vorjahr: 4,84 %). Bereits 2015 fielen dabei die absoluten Aufwendungen um über 7 Prozent geringer aus. Diese Tendenz verstärkte sich nun in 2016 nochmals. Das belegt der procontra LV-Check 2017, eine der größten Bilanzanalysen deutscher Lebensversicherer. Die untersuchten 69 Anbieter repräsentieren dabei über 95 Prozent des LV-Marktes.

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Während die Abschlussaufwendungen um weitere 1,4 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro zurückgingen, steigerte sich die Beitragssumme des Neuzugangs sogar um 2,4 Prozent auf 146 Milliarden Euro. Das heißt, die Lebensversicherer mussten deutlich weniger für ihr Neugeschäft an die Vertriebe - zumindest im Abschluss - zahlen.

Kostensenkung oder nur -verschiebung?

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Provisionsmodelle nach LVRG, ist die Ursache des Effekts nicht pauschal auszumachen. Vielfach kommt es auch einfach nur zu Verschiebungen von Kosten, weg von reinen Abschluss- hin zu laufenden Provisionszahlungen. Das bestätigen die Anbieter. Etwa die Generali, die ihre Abschlusskostenquote marktweit mit am deutlichsten reduzierte (von 4,7 auf 3,2 %). „Mit der Umstellung auf das neue Provisionsmodell haben wir unsere Provisionen teilweise von einer sofortigen auf eine über fünf Jahre verteilte Abschlussprovision umgestellt. Bis sich das neue Modell über die nächsten Jahre eingeschwungen hat, ergeben sich hieraus Verschiebungen in der Relation zwischen sofortigen und laufenden Provisionen.“
Auch die Bayerische drosselte die Kostenquote im Abschluss spürbar von 5 auf 4,3 Prozent und begründet dies ebenfalls mit ihrem Mitte 2016 und nach LVRG angepassten „Provisionsmodell 3.0“.

Unter den Anbietern mit einer Beitragssumme des Neuzugangs von mindestens 50 Millionen Euro, verzeichnen die Credit Life (12,1 %), HDI (8,4 %) und die ERGO (6,8 %) die höchsten Abschlusskostenquoten am Markt. Die niedrigsten gehören zur myLife (2,6 %), HanseMerkur (2,6%) und der Europa (2,9 %).

Abschlusskostenquote setzt die Abschlussaufwendungen in Relation zur Beitragssumme des Neuzugangs.
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Tops & Flops der Abschlusskostenquote   

#AnbieterAbschlusskostenquote Beitragssumme des Neuzugangs in Mio. €
1myLife2,60 %198,9
2HanseMerkur2,61 %499,2
3Europa2,90 %1.129,4
4InterRisk3,00 %158,5
5Generali3,20 %5.053,1
Markt*4,66 %145.984,5
65Familienfürsorge6,22 %224,9
66VPV6,42 %570,2
67ERGO6,80 %3.865,9
68HDI8,38 %1.976,6
69Credit Life12,1 %305,0

Quelle: procontra LV-Check 2017 *Markt ermittelt sich aus dem Durchschnitt der 69 Anbieter im LV-Check

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