LV-Betrug: Frau täuscht mehrmals eigenen Tod vor

Panorama von Florian Burghardt

Eine Neuseeländerin hatte ihrem Lebensversicherer ihren Tod vorgetäuscht und dafür eine hohe sechsstellige Summe kassiert. Der "Erfolg" trieb sie zu weiteren Betrugsversuchen - und ließ sie letztendlich auffliegen.

Ihre Sucht nach Geld hatte die Frau zu immer neuen Betrugsversuchen verleitet (Symbolbild).

Ihre Sucht nach Geld hatte die Frau zu immer neuen Betrugsversuchen verleitet (Symbolbild). Bild: PublicDomainPictures/Pixabay

Neben vielen ehrlichen und fleißigen Menschen zieht die Versicherungsbranche auch ein paar schwarze Schafe an. Das sind unter anderem die eigenen Vertreter, die zum Beispiel getürkte Verträge auf die Namen ihrer Kunden abschließen und sich damit über eine halbe Million Euro an Provisionen ergaunern.

Auf Kundenseite scheint hingegen der gute alte Versicherungsbetrug nicht aus der Mode zu kommen, wie ein nun bekannt gewordener Fall aus Neuseeland zeigt. Wie das neuseeländische Nachrichtenportal Stuff berichtet, habe Mary-Rose Ponce Calderon aus der Stadt Rotorua im April 2015 im Internet eine Risikolebensversicherung über 800.000 Neuseeland-Dollar (rund 485.000 Euro) auf ihren Mädchennamen Mary-Rose Kereop bei der Asteron Life Insurance abgeschlossen. Als Begünstigte im Todesfall war Sharon Snow aufgeführt, die – unter Berufung auf die offiziellen Gerichtsunterlagen – dieselbe Adresse und Telefonnummer hatte wie Calderon.

Süchtig nach Geld

Nur einen Monat nach Vertragsabschluss wurde der Versicherer über den Tod der Versicherten informiert. Wie die neuseeländische Zeitung weiter berichtet wurde als Todesursache angegeben, dass sie ein Hockeyball am Kopf getroffen hatte. Die kriminelle Leistung Calderons lag offenbar im Fälschen von Dokumenten, weswegen sie in den Jahren zuvor bereits verurteilt worden war. Nachdem sie die angeforderten Dokumente gefälscht und bei dem Versicherer eingereicht hatte, zahlte ihr dieser im Juni 2015 die vereinbarte Versicherungssumme aus.

Doch damit nicht genug. Im April 2016 schloss Calderon nach ähnlichem Plan erneut eine Risikolebensversicherung, diesmal über eine Million NZD bei der Pinnacle Life Insurance ab, sowie im August 2016 eine weitere über 950.000 NZD bei der AA Life Insurance. Nur einen Monat respektive eine Woche nach Vertragsabschluss erfolgte erneut die Todesmeldung, jeweils durch Herzinfarkt.

Beide Leistungsfälle landeten diesmal jedoch unter Verdacht auf Betruges in der Leistungsprüfung und man kam ihr auf die Schliche. Vor Gericht wurden Aussagen Calderons gegenüber der Polizei zitiert, wonach sie das Geld brauchte und angab, nach Geld süchtig zu sein. Unter anderem aufgrund mangelnder Reue für ihre Taten wurde sie zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Von den erhaltenen 800.000 NZD hatte sie bereits 500.000 unwiederbringlich ausgegeben. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare