Linke hakt bei Provisionen nach

Berater IDD Top News von Martin Thaler

Die Bundesregierung hält ein Provisionsverbot wie in Großbritannien für kontraproduktiv. Bei der Linken kann man sich dieser Argumentation allerdings nicht anschließen, das Problem sei ein anderes.

Die Bundesregierung hält weiter wenig von einem Provisionsverbot.

Die Bundesregierung hält weiter wenig von einem Provisionsverbot. Foto: Alexas_Fotos - Pixabay.de

Es ist erst wenige Wochen her, da berichtete die Verbraucherzentrale Bundesverband über eine Empfehlung der kanadischen Finanzaufsicht „Canadian Securities Administrators“ (CSA) Diese hatte sie zwar schon im Januar dieses Jahres kundgetan, änderte aber am Ergebnis nicht: Die Kanadier sprachen sich für ein Provisionsverbot in der Finanzanlageberatung aus.  

Diese Empfehlung griff nun auch die Bundestagsabgeordnete Susanna Karawanskij in einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung auf. Hierin heißt es: „Inwieweit kann nach Auffassung der Bundesregierung das in Kanada geplante Provisionsverbot in der Finanzberatung für Deutschland als Vorbild dienen, und inwieweit teilt die Bundesregierung die Auffassung, dass das bereits in Großbritannien umgesetzte Provisionsverbot positive Wirkungen für Verbraucher entfacht habe?“  

Doch auch wenn in Kanada eventuell ein Provisionsverbot kommen mag, hält die Bundesregierung ein solches in Deutschland für „nicht angezeigt“, heißt es in der Antwort von Michael Meister, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen. Stattdessen betonte Meister, dass man die EU-Richtlinien MiFID II sowie die IDD 1:1 in deutsches Recht umgesetzt und damit die Honorarberatung in Deutschland gestärkt habe.  

Die Erfahrungen aus Großbritannien, wo 2013 mit dem „Retail Distribution Report“ den britischen Makler untersagt wurde, Provisionen anzunehmen, würden hingegen zeigen, so Meister weiter, dass das Provisionsverbot zu Angebotslücken auf der Insel geführt habe. Die Anbieter hätten sich stattdessen auf wohlhabende und einkommensstarke Kunden spezialisiert, da viele Kunden die hohen Honorare nicht bezahlen wollten bzw. könnten.

„Durch die in Deutschland vorgenommene Umsetzung der EU-Vorgaben wird demgegenüber sowohl der Zugang zum Kapitalmarkt für alle Anleger als auch die Wirtschaftlichkeit der Beratungsdienstleistung in der Breite weiterhin gewährt“, schließt Meister seine Antwort ab.  

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