Komposit wird für Versicherer zum Fels in der Brandung

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Angesichts der kriselnden PKV- und Lebensversicherungssparten wird der Kompositbereich für viele Versicherer immer wichtiger. Aber auch stehen sie vor einigen Herausforderungen. Ein Überblick.

Das Kompositgeschäft wird für Vermittler zum Fels in der Brandung.

Das Kompositgeschäft wird für Vermittler zum Fels in der Brandung. Bild: ulleo /Pixabay

Auch wenn sich das vergangene Jahr erneut als ertragsstark erwies, blicken die deutschen Schaden- und Unfallversicherer auf mannigfaltige Herausforderungen, die gleichzeitig aber auch Chancen mit sich bringen. Zu diesem Ergebnis kommt die Ratingagentur Assekurata in ihrem Marktausblick zur Schaden-/Unfallversicherung. Ein Überblick.   

Die Ergebnisse:  

Der versicherungstechnische Gewinn fiel mit 2,3 Milliarden Euro ein wenig geringer aus als im Jahr 2015 (2,5 Milliarden) – dies lag in erster Linie an den erhöhten Belastungen durch Elementarschäden im vergangenen Jahr. Als äußerst stabil erwiesen sich indes die Erfolgsbeiträge in der Hausrat-, Unfall- und Haftpflichtversicherung. Auch die Tatsache, dass viele Unternehmen sich über Rückversicherer abgesichert haben, spiegelt sich positiv im Ergebnis wider.

Die stabile finanzielle Situation spiegelt sich vor allem in den Solvabilitätsquoten wider, wo der arithmetische Durchschnitt der 185 Schaden- und Unfallversicherer bei 265 Prozent lag. Angesichts der schwierigen Lage in den Segmenten Lebens- und Krankenversicherung wird die Bedeutung der Schaden-/Unfallsparte für die Unternehmen immer wichtiger. So haben in der Vergangenheit bereits einige Schaden-/Unfallversicherer die konzerneigenen Lebens- bzw. Krankenversicherer mittels Kapitalzuführung gestärkt.  

Das Jahr 2017:  

Schadenstechnisch ist 2017 bislang durchaus im Sinne der Versicherer: Außer dem Sturmtief Thomas und den regionalen Unwettern Paul und Rasmund, die für rund 600 Millionen Euro Schänden ursächlich sind, sind dieses Jahr bislang keine Wetterereignisse aufgetreten, die für hohe Schäden sorgten. Dies entspreche laut Assekurata derzeit einer moderaten Schadensentwicklung. „Unter der Voraussetzung, dass weitere flächendeckende Elementarschäden ausbleiben, dürfte die Branche 2017 erneut einen nennenswerten versicherungstechnischen Gewinn ausweisen“, prognostiziert Analyst Dennis Wittkamp, der sich verantwortlich für die Studie zeigt.  

Als Problembereiche erweisen sich für die Versicherungen immer noch die Wohngebäude-, als auch die KfZ-Sparte. In beiden Zweigen konnten die Versicherer 2016 Beitragsanpassungen durchsetzen, allerdings ist die Gewinnzone für einige Versicherer dennoch nicht erreicht. In der KfZ-Sparte sind steigende Schadenkosten für die Versicherer ein Problem, in der Wohngebäudeversicherung sorgen weiterhin Leitungswasserschäden für den Großteil der entstehenden Kosten. Dass in der Wohngebäudeversicherung 2016 zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder eine Combined Ratio unterhalb der 100 Prozent erzielt werden konnte, liegt wohl vor allem im Ausbleiben größerer Naturkatastrophen begründet.  

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