Jung, sparsam, riesterlos

Investmentfonds von Martin Thaler

Von wegen "Lebe den Moment" - viele junge Menschen legen Geld zurück, auch fürs Alter. Die Sparquote liegt dreimal so hoch wie bei älteren Menschen. Beim Anlageverhalten orientiert sich der Nachwuchs dann aber ganz nach den früheren Generationen.

Beim Anlageverhalten scheinen sich auch die jungen Leute an älteren Generationen zu orientieren.

Beim Anlageverhalten scheinen sich auch die jungen Leute an älteren Generationen zu orientieren. Foto: TaniaVdB - Pixabay.de

Sparen scheint bei jungen Menschen im Trend zu liegen: Das legen zumindest Zahlen nahe, die die Deutsche Bank nun im Rahmen einer Studie vorgelegt hat. Diesen zufolge legen Jugendliche im Schnitt 131 Euro zurück – bei einem durchschnittlichen Einkommen von 472 Euro im Monat. Hieraus ergibt sich eine Sparquote von 28 Prozent. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Sparquote aller privaten Haushalte in Deutschland liegt bei zehn Prozent.  

Die Studie ergibt auch, dass junge Männer meist mehr Geld zu ihrer Verfügung haben als junge Frauen: 546 Euro waren dies durchschnittlich pro Monat, eine klare Steigerung (+ 48 Euro) gegenüber 2016. Auch bei Mädchen stieg das aus Taschengeld, Nebenjobs, Ausbildung oder Berufstätigkeit stammende Einkommen, jedoch nur um fünf Euro auf nun durchschnittlich 401 Euro im Monat. Dementsprechend divergieren auch die Sparquoten. Während Jungs rund 157 Euro im Schnitt pro Monat auf die hohe Kante legen, sparten Mädchen 106 Euro.  

Wenn Sie auch bei der Sparquote ihre Eltern überflügeln, in puncto Anlageverhalten ist auch bei der nachfolgenden Generation wenig anders bei der vorherigen: Sicherheit ist Trumpf. Denn auch für die Jugend ist die Spareinlage, als der Sparplan oder das Sparbuch mit 61 Prozent deutlich die beliebteste Anlageform. Auf dem zweiten Platz folgt bei 28 Prozent das Tagesgeldkonto, dann der Bausparvertrag (16 Prozent). Risikofreudiger zeigen sich indes nur elf Prozent, die auf Aktien und Investmentfonds setzen. Lebensversicherungen und Riester (sechs bzw. fünf Prozent) spielen für die jungen Leute nur am Rande eine Bedeutung.  

Jungs tendieren zum Risiko

Auffällig dabei ist, dass sie Jungs wesentlich risikofreudiger zeigen als Mädchen: Denn während 16 Prozent bei den Jungs zu Aktien und Fonds greifen, sind es bei den Frauen gerade einmal fünf Prozent.  

Auch wenn die Rente und der Ruhestand noch weit entfernt sind und sicherlich erst einmal andere Themen wie Führerschein oder Ausbildung im Vordergrund stehen, gaben 13 Prozent aus besagter Altersgruppe dennoch an, bereits Geld fürs Alter zurückzulegen.  

Möglicherweise ändert sich über die Jahre auch noch etwas am Risikoverhalten der jungen Menschen. Denn 63 Prozent gaben an, in Vermögensfragen einem Vermögens- oder Bankberater Vertrauen zu schenken. Und der dürfte wissen, dass angesichts der niedrigen Zinsen ein Gang ins Risiko durchaus Chancen erbringen kann.  

Für die Studie wurden insgesamt 1.000 Schüler, Auszubildende, Studenten und Berufstätige zwischen 14 und 25 Jahren befragt. 

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