In diesen Bundesländern wird das Pflegeheim besonders teuer

Berater von Martin Thaler

Seit Januar 2017 müssen Pflegende einen einheitlichen Eigenanteil für ihre Unterbringung in Pflegeheimen zahlen. Dieser variiert allerdings von Bundesland zu Bundesland stark.

Der Eigenanteil in Pflegeheimen variiert bundesweit stark, wie Daten der Bundesregierung ergeben.

Der Eigenanteil in Pflegeheimen variiert bundesweit stark, wie Daten der Bundesregierung ergeben. Foto: geralt - Pixabay.de

Wer pflegebedürftig ist, muss seit Januar dieses Jahres in einer vollstationären Pflegeeinrichtung einen einheitlichen pflegebedingten Eigenanteil zahlen – dabei ist es egal, ob der Bewohner nun Pflegegrad 2 oder 5 hat – die Kosten legt die Einrichtung einheitlich fest. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Partei „Die Linke“ hervorgeht, über die die Oldenburger Nordwest-Zeitung berichtet, müssen die Deutsche im Bundesschnitt 581 Euro selbst zahlen.  

Allerdings gibt es von Bundesland zu Bundesland große Unterschiede, die bis zu 664 Euro betragen können. Während Pflegebedürftige im Saarland mit durchschnittlich 869 Euro besonders tief in die eigene Tasche greifen müssen, ist der durchschnittliche Eigenanteil in Thüringen mit durchschnittlich 225 Euro verhältnismäßig gering.  

 

BundeslandDurchschnittlicher Eigenanteil
Baden-Württemberg768 Euro
Bayern725 Euro
Berlin856 Euro
Brandenburg479 Euro
Bremen473 Euro
Hamburg600 Euro
Hessen587 Euro
Mecklenburg-Vorpommern295 Euro
Niedersachsen346 Euro
Nordrhein-Westfalen758 Euro
Rheinland-Pfalz663 Euro
Saarland869 Euro
Sachsen312 Euro
Sachsen-Anhalt303 Euro
Schleswig-Holstein289 Euro
Thüringen225 Euro

Grund für die Unterschiede ist die Tatsache, dass die Pflegekassen mit jedem einzelnen Anbieter einzeln die Kosten vereinbaren. Verzeichnet dieser beispielsweise nur niedrige Personalkosten, kann sie den Eigenanteil niedrig ausfallen lassen. Allerdings kommen auf auf die Pflegebedürftigen unter anderem noch die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Zusatzleistungen hinzu.  

Die Bundesregierung hatte im Rahmen des Pflegestärkungsgesetzes II beschlossen, dass die Eigenanteile unabhängig vom jeweiligen Pflegegrad ausfallen. Damit will der Gesetzgeber erreichen, dass sich Pflegebedürftige aus Angst vor höheren Kosten nicht die Einstufung in einen höheren Pflegegrad scheuen.   Sabine Zimmermann, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, kritisierte gegenüber der Nordwest-Zeitung die großen Unterschiede. Sie forderte eine Umwandlung der gesetzlichen Pflegeversicherung in eine Vollversicherung, die sämtliche pflegebedingten Kosten übernehme.  

Darauf wollen sich viele Leute allerdings nicht verlassen, sondern sorgen privat vor. So gab der PKV-Verband Anfang des Jahres bekannt, dass bei privaten Pflegeversicherungen zuletzt eine stark angestiegene Nachfrage feststellbar war. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare