Immer mehr Krankenkassen erhöhen Zusatzbeiträge

Versicherungen von Martin Thaler

Die finanzielle Situation der einzelnen Krankenversicherer fällt höchst unterschiedlich aus. Das hat auch Folgen für die Versicherten: Für immer mehr von ihnen steigen die Zusatzbeiträge.

Die finanzielle Situation der einzelnen Krankenversicherer fällt höchst unterschiedlich aus.

Die finanzielle Situation der einzelnen Krankenversicherer fällt höchst unterschiedlich aus. Foto: blickpixel - Pixabay.de

Nicht nur Kunden der Privaten Krankenversicherung waren zuletzt von Beitragssteigerungen betroffen – auch Kunden der Gesetzlichen Krankenkasse mussten zuletzt häufiger tiefer in die Tasche greifen.   Wie dem neu veröffentlichten Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes zu entnehmen ist, wurden im vergangenen Jahr vom Bundesversicherungsamt bei 15 Krankenkassen Erhöhungen des Zusatzbeitrages genehmigt. Diese konnten bis zu 0,6 Prozent betragen.  

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag – also die GKV-Kosten, die alleine vom Arbeitnehmer zu zahlen sind – liegt zurzeit bei 1.1 Prozent. Dieser Beitrag gilt allerdings nur für insgesamt 9,7 Millionen GKV-Versicherte von 17 Krankenkassen. 10,7 Millionen Versicherte von 26 Krankenkassen zahlen derweil einen niedrigeren Beitrag, wohingegen 13,6 Millionen Mitglieder von 22 Krankenkassen einen höheren Zusatzbeitragssatz zu entrichten haben.  

„Die Zahl der Krankenkassen mit überdurchschnittlichem Zusatzbeitragssatz hat damit weiter zugenommen“, heißt es hierzu im Tätigkeitsbericht.  

Finanzielle Situation höchst unterschiedlich

Die Differenzen resultieren aus der finanziellen Situation der einzelnen Krankenkassen, die teilweise deutlich voneinander abweichen. Ist die Ertragslage negativ, kann die Krankenkasse gezwungen sein, ihren Zusatzbeitrag entsprechend anzupassen. Die finanzielle Gesamtlage hat sich indes verbessert: Nach einem Minus von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2015 verbuchten die Kassen 2016 einen Einnahmenüberschuss von 500 Millionen Euro. Gegen Ende 2016 verfügten sie über ein Betriebsmittel- und Rücklagevermögen von umgerechnet 0,71 Monatsausgaben, das entspricht 7,9 Milliarden Euro.  

Allerdings ist auch hier die Lage der jeweiligen Krankenkassen höchst unterschiedlich. Während 39 Kassen einen Überschuss erwirtschaften konnten, stand bei 39 Anbietern am Ende des Jahres ein Minus in den Büchern. Auch bei den Rücklagen kommt es zu großen Unterschieden.  

Die Versicherungen sind verpflichtet, ein Viertel ihrer monatlichen Ausgaben zurückzuhalten. Hiermit soll gewährleistet werden, dass die Kassen auch dann leisten können, wenn es zu unvorhersehbaren Leistungssteigerungen kommt. Vier Versicherer waren allerdings zum 31.12.2016 nicht imstande, diese Rücklage zu bilden.

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