Hamburg: Arbeitgeberanteil GKV auch für Beamte

Berater von Florian Burghardt

Hamburger Beamte sollen bald zwischen der Beihilfe für die PKV und einer Übernahme des hälftigen GKV-Beitrags wählen können. Es gibt allerdings auch einige Regeln. Was GKV- und PKV-Verband darüber denken.

Das Hamburger Modell kommt nicht bei allen gut an.

Das Hamburger Modell kommt nicht bei allen gut an. Bild: Bernhard_Staerck/Pixabay

Die Hansestadt Hamburg will es seinen Beamten ermöglichen, Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung zu werden. Rein theoretisch ist dies bereits möglich, allerdings nur auf dem Wege, dass die versicherten die kompletten Beiträge alleine schultern.

Das liegt daran, dass die von den Ländern gezahlte Beihilfe in Höhe von meist 50 Prozent der Krankheitskosten nur im Rahmen einer Teilversicherung in die private Krankenversicherung (PKV) eingezahlt werden kann. Für seine Angestellten zahlt der Öffentliche Dienst hingegen den üblichen Arbeitgeberbeitrag in die GLV ein.

Eine Frage der Gerechtigkeit

Dies soll nun auch für Beamte möglich werden. Dazu hat der Hamburger Senat gestern die Einleitung der Anhörung von Gewerkschaften und Verbänden zu einem „Gesetz über die Einführung einer pauschalen Beihilfe zur Flexibilisierung der Krankheitsvorsorge“ beschlossen.

Die Beamten können dann ab dem 1. August 2018 selbst wählen können, ob sie die Beihilfe zur PKV oder, je nach Einkommen, die Hälfte ihres GKV-Beitrages als Pauschale erhalten möchten. Die Pauschale können sie auch für die PKV erhalten. Sie ist dann allerdings auf die Hälfte der Kosten für den Basistarif begrenzt, der dem Leistungsumfang der GKV entspricht.

„Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass sich der Staat auch an den Krankheitskosten von gesetzlich versicherten Beamtinnen und Beamten beteiligt. Für Beamtinnen und Beamte mit Kindern, Versorgungsempfänger oder Menschen mit Behinderung kann die GKV die bessere Alternative sein. Hier richten sich die Beiträge nach Einkommen und nicht nach Risiko und nicht erwerbstätige Familienmitglieder sind beitragsfrei mitversichert“, so die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks bei Vorstellung der Neuregelung.

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