Generali: Courtage-Nachtrag schreckt Makler ab

Berater Top News von Michael Fiedler

Was ist bei Generali los? Der Versicherer versendet gerade Courtage-Nachträge, mit denen er sich weitgehende Rechte sichern will. IGVM und Invers raten zu Widerspruch. Warum und wie Generali auf den Widerspruch reagiert.

Generali Courtage Nachtrag Datenschutz

Der Nachtrag zur Courtage-Zusage der Generali sorgte bei einigen Maklern für Schreck-Momente. (Symbolbild) Fotolia / nito

Makler, die dieser Tage Post von der Generali bekommen, staunen sicher nicht schlecht. Der Versicherer verschickt neue Courtagezusagen (liegt procontra vor). Und die haben es in sich. So verlangt der Versicherer unter dem Punkt „Markennutzung“ vom Vermittler, dass dieser mögliche Markenrechtsverletzungen Dritter, die ihm bekannt werden, „unverzüglich“ an die Generali meldet. Zudem fordert der Versicherer, dass Vermittler der Generali bzw. deren externen oder internen Prüfern „vollständiges und uneingeschränktes Informations- und Prüfungsrecht hinsichtlich Qualität der Leistungen und der Nutzung der Marke“ einräumen. Dafür soll auf „Verlangen jederzeit während der üblichen Geschäftszeiten vollumfänglich und ungehindert Zugang und Zutritt zu Geschäftsräumen, IT-Systemen und den die Generali [...] betreffenden Informationen und Unterlagen“ gewährt werden. 

Es handelt sich wohlgemerkt um den Nachtrag zu Courtagezusagen für Makler – nicht um den Ausschließlichkeitsvertrieb der Generali.

Untätigkeit als Zustimmung

In der Facebook-Gruppe „Versicherungsmaklerforum Deutschland“ regte sich rasch Widerspruch zu dem Schreiben. Tenor: „Generali? Vermittle ich ohnehin selten – Schreiben weggeworfen.“ Doch diese Haltung könnte sich später rächen. „Denn das Schweigen des Kaufmanns auf einen solchen Nachtrag kann auch als Angebot mit Zustimmung des VersM ausgelegt werden“, so Wilfried E. Simon, zuständig für Rechtsfragen bei der Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM), auf procontra-Nachfrage. Wie Generali auf procontra-Nachfrage mitteilte, hätten die „Vertragspartner“ die Änderungen mehrheitlich angenommen.

Die IGVM rät dazu, jenem Teil der Courtagezusage zu widersprechen, der Ausführungen zur Markennutzung enthält. Dies könne durch das Durchstreichen der entsprechenden Passagen gesehen. Mit der Aufschrift „Widerspruch“ solle der Nachtrag dann an die Generali zurückgesandt werden. Auch der ausformulierte Widerspruch in Textform ist selbstverständlich möglich.

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