„Falschberatung“: Verbraucherschützer erzürnt BU-Makler

Berater Top News von Florian Burghardt

Gerade letzteres ist offenbar ein Risiko, dass deutlich größer ist, als es erscheinen mag. So hatte der ebenfalls auf Biometrie-Produkte spezialisierte Makler Guido Lehberg im Interview mit procontra gesagt, dass nach seinen Erfahrungen ab dem 20. Lebensjahr nur noch jeder Fünfte eine BU ohne Klauseln bekommt.

Beinahe ironisch ist mit Blick auf Hertes Äußerungen, dass die VZSH auf ihrer Internetseite den Abschluss einer BU-Versicherung für Studenten als wichtig einstuft. „Je jünger man in die Versicherung einsteigt, umso günstiger sind die Prämien. Das Studium ist ein guter Zeitpunkt, eine solche Versicherung abzuschließen“, heißt es dort.

Facebook-Schlagabtausch mit Maklern

Nachdem Kemnitz die Aussagen auf seiner Facebook-Seite kritisiert hatte, lenkte Verbraucherschützer Herte aber nur bedingt ein. Die Facebook-Kritik kommentiert er: „Erfahrungsgemäß ist der Anteil derjeniger, die ohne relevante Vorerkrankungen im typischen Studentenalter von 19 -25 berufsunfähig werden, sehr gering. Daher ist für Studenten eine Berufsunfähigkeitsversicherung nach meiner Ansicht kein absolutes Muss.“

Sein Argument eines günstigeren und uneingeschränkten BU-Schutzes sieht Kemnitz dadurch aber nicht entkräftet. Ähnlich sehen es weitere BU-spezialisierte Makler, die sich in die Facebook-Diskussion eingeschaltet haben. So würden Hertes Aussagen über eine geringere BU-Wahrscheinlichkeit im Studentenalter einen tatsächlich Betroffenen im Leistungsfall vermutlich nicht trösten. Auch von Falschberatung und Haftung ist bereits die Rede.

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