„Falschberatung“: Verbraucherschützer erzürnt BU-Makler

Berater Top News von Florian Burghardt

Gleich mehrere, auf die BU-Absicherung spezialisierte Makler sind sauer. Grund sind die Aussagen eines Verbraucherschützers, mit denen er jungen Menschen vom Abschluss einer BU-Police abrät.

Ist mit den Aussagen des Verbraucherschützers Michael Herte gar nicht einverstanden: Versicherungsmakler Gerd Kemnitz.

Ist mit den Aussagen des Verbraucherschützers Michael Herte gar nicht einverstanden: Versicherungsmakler Gerd Kemnitz. Bild: privat

Die Absicherung der Arbeitskraft zählt für viele Versicherungsexperten zum Fundament der privaten Absicherung. Weil aufgrund ihres Gesundheitszustands nicht wenigen Menschen der Abschluss einer Police nur eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist, wird bereits über neue Vertragsmodelle mit einer Wartezeit anstatt von Gesundheitsfragen diskutiert. Das beinahe einstimmige Beratungs-Credo lautet: Eine BU sollte man so früh wie möglich abschließen.

Umso mehr ärgert es da den auf Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) spezialisierten Makler Gerd Kemnitz, wenn jungen Menschen davon abgeraten wird. So jüngst geschehen in einem Artikel der Kieler Nachrichten. Darin sagt Rechtsanwalt Michael Herte, leitender Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH), dass Auszubildende und Studenten zunächst noch auf eine BU-Versicherung verzichten können.

Grundsätzliches Wissen fehlt

Als Grund nennt der Verbraucherschützer, dass sich die BU-Police direkt auf einen Beruf beziehe von dem nicht klar sei, ob er nach der Ausbildung tatsächlich ausgeübt wird. Eine Aussage, die Kemnitz schlicht und einfach als falsch bezeichnet und in seinem heutigen Blog-Beitrag darauf Bezug nimmt.

„Eigentlich sollte Herr Herte wissen, dass es gleichgültig ist, welcher Beruf nach der Ausbildung ausgeübt wird. Laut Versicherungsvertragsgesetz gilt nämlich grundsätzlich der zuletzt ausgeübte Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war als versichert“, so Kemnitz‘ Kritik. Aus seiner Sicht sollte, „wer solche grundsätzlichen Sachen nicht weiß, nicht im Rahmen des Verbraucherschutzes Empfehlungen für oder gegen eine BU-Versicherung abgeben.“

Wer auf diesen „falschen Rat“ vertraut, müsse dies, laut Kemnitz, unter Umständen teuer bezahlen, da er ohne Schutz natürlich zuerst einmal keine Leistung erhält. Entscheidend sei aber auch, dass das Aufschieben des Abschlusses mit einem verschlechterten Gesundheitszustand einhergehen kann und es die BU-Police dann nur noch mit Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder auch gar nicht mehr gibt.

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