Die Crux mit den BU-Statistiken

Berater Top News von Martin Thaler

Der GDV veröffentlicht immer wieder ausgewählte Zahlen zur BU-Versicherung. Doch inwieweit bieten diese potenziellen Kunden einen Nutzen? Hier gehen die Meinungen auseinander.

Helfen die vom GDV präsentierten Daten dem Kunden wirklich weiter?

Helfen die vom GDV präsentierten Daten dem Kunden wirklich weiter? Foto: ikinitip - Pixabay.de

Über vier Millionen Deutsche besaßen im Jahr 2015 eine BU-Versicherung und damit mehr als zehnmal so viele wie noch 1999. Hinzu kommen nach Angaben der Bundesregierung noch gut über zwölf Millionen Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen.

Dies illustriert zum einen sicherlich eine erfreuliche Entwicklung, verdeutlicht aber auch, dass ein Großteil der Deutschen noch immer nicht entsprechend abgesichert ist. Kritiker bemängeln, dass zu den Gründen für die Zurückhaltung der Kunden unter anderem die Erwartung gehört, dass die Versicherer im Schadensfall eh nicht leisten würden.  

„Leider greifen Berufsunfähigkeitsversicherungen in vielen Fällen nicht, sind intransparent und teuer. Viel zu oft verstecken sich im Kleingedruckten Ausschlussklauseln, die Verbraucherinnen und Verbraucher im Schadensfall schutzlos dastehen lassen“, kritisierte beispielsweise die Grünen-Parlamentarierin Nicole Maisch.  

Ausgewählte Zahlen

Auch aus diesem Grund legt der Branchenverband GDV immer wieder ausgewählte Zahlen vor, die diese Vorwürfe und weitere Zweifel an der BU-Versicherung zerstreuen sollen.  

Unstrittig werden dabei die Angaben zu den Gründen einer Berufsunfähigkeit sein. Dabei stellen psychische Probleme sowohl bei Männern (22 Prozent aller Fälle) als auch bei Frauen (30) den Hauptgrund für eine Berufsunfähigkeit dar. Häufige BU-Ursachen sind darüber hinaus Krebserkrankungen (Frauen: 22 Prozent, Männer: 16 Prozent) und Erkrankungen des Bewegungsapparats (Frauen: 14 Prozent, Männer: 21 Prozent).

Das entspricht so in etwa dem Ergebnis, das das Analysehaus Morgen & Morgen im Mai dieses Jahres präsentiert hatte. Auch hier stellten psychische Erkrankungen (hier unter Nervenkrankheiten subsumiert) die Haupt-BU-Ursache dar – verbunden mit einer Entwicklung, die auf eine Verfestigung dieses Status hindeutet.  

Laut GDV-Angaben werden 75 Prozent, also drei Viertel aller Anträge ohne Einschränkungen angenommen. Weitere 15 Prozent der Anträge werden darüber hinaus mit Ausschlüssen und Zuschlägen angenommen. Bleiben zehn Prozent, die keine BU-Versicherung bekamen – fünf Prozent hiervon antworteten jedoch nicht auf Nachfragen der Versicherer, so dass es zu keiner Policierung kommen konnte. Nur vier Prozent der Anträge wurden dementsprechend abgelehnt.  

Seite 1: Die Hauptursachen für eine BU
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