Deutsche begegnen Smart-Home-Technik mit Skepsis

Digital von Martin Thaler

Smartphone, Laptop etc. - die Digitalisierung ist bei vielen Deutschen im Alltag angekommen. Doch wie nutzen sie sie, wo stehen sie ihr noch kritisich gegenüber? Der Versicherer Arag ging dieser Frage nach.

Der sogenannten Smart-Home-Technologie wird ein großes Potenzial zugeschrieben, noch ist die Nachfrage allerdings verhalten.

Der sogenannten Smart-Home-Technologie wird ein großes Potenzial zugeschrieben, noch ist die Nachfrage allerdings verhalten. Foto: Pixaline - Pixabay.de

Der Kühlschrank, der selbstständig seinen Inhalt kontrolliert und bei Bedarf eigenständig  neue Leberwurst ordert, automatisch sich ein- und ausschaltende Lichter, die ein belebtes Haus vortäuschen, selbst wenn die Besitzer im Urlaub sind und Heizungen, die sich per App steuern lassen: Der Markt der sogenannten SmartHome-Technologie ist zuletzt deutlich in Bewegung geraten, immer neue Anwendungen versprechen den Kunden, ihnen ihr Leben zu erleichtern. Der Digitalverband Bitkom prognostizierte, dass die Zahl der Smart-Home-Haushalte im kommenden Jahr die Millionenschwelle überschreiten wird.  

Kein Wunder, dass auch Versicherer versuchen, diesen Trend aufzugreifen. So beschloss beispielsweise die Generali eine Kooperation mit der Google-Tochter Nest Labs, Hersteller intelligenter Rauchmelder, Kunden der Generali-Tochter CosmosDirekt erhielten daraufhin 50 Prozent beim Kauf besagter Rauchmelder. Die HDI versah ihre neue Hausratversicherung ebenfalls mit einer SmartHome-Komponente, die den Einbau intelligenter Sicherheitstechnik mit Beitragsnachlässen belohnte.  

Grund genug für den Versicherer Arag zu erfragen, wie die Deutschen allgemein zur Digitalisierung stehen. Das deutliche Ergebnis: Die Deutschen begegnen der Digitalisierung positiv. 72 Prozent der Befragten gaben an, einen internetfähigen Computer zu besitzen, 69 Prozent waren Besitzer eines Smartphones.

Skepsis gegen Alexa & Co.

Diese Zahl fällt mit 90,7 Prozent noch höher aus, wenn man nur die Unter-39-Jährigen berücksichtigt.   Auch bei der Arbeit wird die Digitalisierung hauptsächlich positiv bewertet – 37,9 Prozent gaben an, dass ihre Arbeit hierdurch einfacher geworden wäre. Zudem mache die Digitalisierung ihren Arbeitsplatz sicherer, sind 56 Prozent der 1.000 Befragten überzeugt. Schließlich machten die Technologien ihre Arbeitgeber zukunftsfähiger, was sich unmittelbar auf ihren Job auswirke. Nur 10,2 Prozent glaubten hingegen, dass ihr Arbeitsplatz durch die Digitalisierung überflüssig werde.  

Wesentlich skeptischer – und hier kehren wir wieder zum Thema Smart Home zurück, sind die Deutschen, wenn es um den Einsatz besagter Smart-Home-Technik bzw. digitaler Sprachassistenten, wie beispielsweise Siri, Google Home oder Alexa geht. Nur 16,3 Prozent der Befragten gaben an, diese Assistenten zu verwenden. In einem Haus mit Smart-Home-Technologie wohnten derweil 9,2 Prozent der Befragten. Noch weniger steuerten Prozesse im Haus, wie die Heizung oder Überwachungskameras, mittels Apps. Dies machten lediglich 7,3 Prozent der Deutschen.  

Worin diese Zurückhaltung begründet liegt, ermittelte im vergangenen Jahr die Versicherungsforen Leipzig auf einer Fachkonferenz. Als größte Herausforderung stellten sich hierbei Sicherheitsbedenken der Kunden heraus, die Angst um ihre Daten haben. Diese Sorgen gilt es für die Versicherer aufzugreifen – dann könnte die Digitalisierung die Deutschen auch fernab des eigenen Smartphones begeistern.

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