Brexit? Nicht mit Allianz!

Versicherungen von Michael Fiedler

Während sich Banken und Finanzdienstleister aus London zurückziehen, gründet die Allianz Gruppe ein Versicherungs-Joint-Venture in Großbritannien. Wer der Partner ist und was Allianz plant.

Allianz Insurance Britannien Versicherung Joint Venture

Die Allianz in Londons Nebel? Auch Berlins Dunst taugt, um sich an britische Wetter zu gewöhnen. Bild: picture alliance / Arco Images GmbH

Die Allianz baut ihr Engagement in Großbritannien aus. Dafür geht der Versicherungsriese eine „langjährige strategische Partnerschaft“ ein, wie das Unternehmen mitteilte. Mit der Liverpool Victoria Friendly Society (LV=) wurde vereinbart, ein Versicherungs-Joint-Venture für Privatkunden zu bilden. Mit rund sechs Millionen Kunden und einem Prämienvolumen von 1,7 Milliarden Pfund hätte das Joint-Venture eine führende Rolle im britischen Privatkundengeschäft. Laut Mitteilung handelt es sich bei dem britischen Partner um den Versicherer mit der höchsten Vertrauenswürdigkeit und der besten Empfehlungsquote im britischen Markt. Schwerpunkt der Zusammenarbeit sollen Haus- und Autoversicherungen bilden.

So soll der Deal ablaufen

Vorbehaltlich entsprechender Genehmigungen der zuständigen Aufsichtsbehörden, soll folgender Plan umgesetzt werden: Im ersten Transaktionsschritt zahlt Allianz 500 Millionen Pfund an LV= und erhält dafür 49 Prozent an Liverpool Victoria General Insurance (LV= GI). Dieser Schritt soll noch im zweiten Halbjahr 2017 vollzogen werden. Phase zwei umfasst sodann den Erwerb von weiteren 20,9 Prozent an LV= GI durch die Allianz über einen Terminkauf für 213 Millionen Pfund, die an LV= zu entrichten sind. Diese Transaktionsstufe soll 2019 vollzogen werden. Die Vereinbarungen beruhen auf einer Unternehmensbewertung von LV= GI von 1,02 Milliarden Pfund. Allerdings besitzt die LV= eine Put Option zum Verkauf sämtlicher oder eines Teils der verbleibenden Anteile an die Allianz. Die Option kann jederzeit nach Umsetzung des ersten Transaktionsschritts ausgeübt werden; innerhalb der ersten zwei Jahre zu einem Fixpreis, basierend auf der Bewertung des gesamten Joint Ventures und danach zum Marktpreis.

Drittgrößter Versicherer im britischen Privatsektor

Laut Steve Treloar, Managing Director von LV= General Insurance, entsteht durch den Zusammenschluss der dittgrößte Versicherer im britischen Privatkundengeschäft. Treloar wird das Gemeinschaftsunternehmen führen. Er berichtet an einen Verwaltungsrat, der von LV= und Allianz gemeinsam gebildet werden wird.

Die Allianz baut durch den Zusammenschluss ihre Marktpräsenz in Britannien aus. Im Gewerbemarkt erzielt der Versicherer bereits jetzt Prämieneinnahmen von etwa 1 Milliarde Pfund. Angebote im Privatbereich gibt es in der Sparte Tierversicherung, Rechtsschutz- und Musikinstrumentenversicherung.

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