BGH-Urteil: Wie berechnet sich der BU-Grad?

Berater Recht & Haftung Top News von Martin Thaler

Viele Versicherungsbedingungen sehen einen BU-Grad von 50 Prozent vor, damit die Versicherung auch leisten muss. Doch wann liegt ein solcher vor und was muss bei der Berechnung beachtet werden? Darüber urteilte nun der BGH.

Der BGH traf bei der Berechnung des BU-Grades ein verbraucherfreundliches Urteil.

Der BGH traf bei der Berechnung des BU-Grades ein verbraucherfreundliches Urteil. Foto: BGH

In vielen Versicherungsbedingungen ist festgeschrieben, dass zum Eintreten des Leistungsfalls eine 50prozentige Berufsunfähigkeit vorliegen muss. Aber wie ist diese zu errechnen? Eine verbraucherfreundliche Entscheidung traf hier jüngst der Bundesgerichtshof (Az: IV ZR 535/15).  

Was war passiert?  

Eine Frau, Besitzerin einer BU-Zusatzversicherung, arbeitete als Hauswirtschafterin in einer Münchener Anwaltskanzlei. Hier war sie unter anderem fürs Putzen, die Einkäufe und die Zubereitung des Mittagstisches für circa 15 bis 30 Personen zuständig. Im Jahr 2007 stürzte sie eine Treppe hinunter. Aufgrund unte anderem von Rücken- und Wirbelsäulenbeschwerden machte die Frau Leistungen bei ihrer BU-Versicherung geltend. Sie leide unter einer somatoformen Schmerzstörung und könne darum nur noch drei Stunden am Tag als Haushaltshilfe arbeiten.  

Dies sah die Versicherung anders: Sie bezweifelte, dass die Frau zu mehr als – in den Versicherungsbedingungen vorgegeben – 50 Prozent berufsunfähig sei. Diese Sicht bestätigten auch die Vorinstanzen, schließlich hätten mehrere Sachverständige nur eine Berufsunfähigkeit von 20 Prozent festgestellt. Zwar sei davon auszugehen, dass die Frau Probleme beim Tragen schwerer Einkäufe habe, diese machten aber zeitlich keinen großen Aufwand aus.   Die Versicherungsnehmerin zog daraufhin vor den BGH.  

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