Wo Wohnungen noch als Schnäppchen gelten

Sachwerte von Martin Thaler

Wo lohnt sich der Immobilienkauf in Deutschland, wo ist das Leben zur Miete die bessere Lösung? Dieser Frage widmet sich die Postbank in einer neuen Studie. Doch beim Ergebnis sollte man Vorsicht walten lassen.

Wo sich in Deutschland der Hauskauf noch lohnt, hat die Postbank untersucht.

Wo sich in Deutschland der Hauskauf noch lohnt, hat die Postbank untersucht. Foto: PIRO4D - Pixabay.de

Für viele Menschen steht der Kauf einer Immobilie gleichbedeutend mit dem Thema Altersvorsorge – nicht erst, seit die Niedrigzinsen die Geldanlage in anderen Bereichen komplizierter gemacht haben.

Doch nicht immer ist das Eigenheim die ideale Lösung fürs Alter. Ein entscheidender Faktor, der von Anlegern zu berücksichtigen ist, ist unter anderem, wieviel Miete durch den Kauf einer Wohnung bzw. eines Haus eingespart werden kann.  

Eine Antwort auf diese Frage liefert nun der Wohnatlas 2017, den die Postbank zusammen mit dem Hamburgischen Welt-WirtschaftsInstitut (HWWI) erstellt nun veröffentlicht hat. Das Ergebnis des Reports: Trotz kräftig steigender Immobilienpreise in Deutschland ist der Kauf einer Immobilie in vielen Regionen immer noch lohnenswerte als deren Anmietung.  

Große Preisspanne

Für ihre Untersuchung haben die Forscher für die einzelnen Regionen das Verhältnis von Jahresnettokaltmiete zum Kaufpreis untersucht, also die Frage gestellt: „Wie viele durchschnittliche Jahresmieten kostet eine normal ausgestattete 100-Quadratmeter-Wohnung?“ Je kleiner das Ergebnis dabei ausfiel, desto günstiger seien die Ertragschancen für Investoren, so das Ergebnis.  

Die dabei in Deutschland feststellbaren Unterschiede sind enorm, berichten die Forscher. Während im Landkreis Nordfriesland, zu dem unter anderem Sylt zu zählen ist, für eine 100-Quadratmeter-Wohnung 61 Jahresnettokaltmieten zu zahlen sind, sind es im thüringischen Kyffhäuserkreis grade einmal 10 Jahresnettokaltmieten.

Insgesamt bewerten die Postbank-Experten die Wohnungspreise in knapp der Hälfte aller 402 deutschen Landkreise noch als günstig. „Wohnimmobilien zu vergleichsweise moderaten Preisen finden sich in 195 der 402 Landkreise und kreisfreien Städte“, erläutert Georg Hoogendijk, Geschäftsführer der Postbank Immobilien GmbH. „Dort werden für den Kauf einer Immobilie nicht mehr als rund 20 Jahresnettokaltmieten fällig, in 51 Kreisen sogar nur bis zu rund 15 Jahresmieten.“  

Teuer werde es vor allem an den Küsten sowie in Teilen von Süddeutschland, wo die gute wirtschaftliche Situation auch den Wohnungsmarkt anheizt. Hier sticht vor allem Bayern hervor – hier liegt die Mehrheit der Kreise, in denen die Kaufpreise bis auf das 25-fache und mehr der örtlichen Jahresmieten angestiegen sind. Im Norden sind es vor allem Ferienimmobilien, die die Preise nach oben treiben.  

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