Versicherungen müssen bei Altersvorsorge liefern

Versicherungen von Martin Thaler

Welche Versicherungsthemen werden in der neuen Legislaturperiode wieder akut werden? Und warum stehen Vermittler in einer Bringschuld? Die Kommunikationsberatung Instinctif hat die Wahlprogramme aller Parteien analysiert.

Welche Themen werden in der neuen Legislaturperiode auf den Tisch kommen?

Welche Themen werden in der neuen Legislaturperiode auf den Tisch kommen? Foto: dpa

Ganz egal, ob Deutschland im Herbst eine schwarz-gelbe, rot-rot-grüne, Jamaika- oder Große Koalition bekommt – die Politik erwartet, unabhängig vom Wahlausgang, Reformen von den deutschen Versicherern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Kommunikationsberatung Instictif Partners, die die Wahlprogramme aller Parteien ausgewertet hat.  

Festgestellt wurde dabei unter anderem, dass die Einführung einer Deutschland-Rente immer wahrscheinlicher werde. Zwar würden Parteien wie CDU/CSU und FDP immer noch das derzeitige Drei-Säulen-Modell in der Rente vertreten, doch findet die Idee eines staatlich organisierten Basisangebots auch bei ihnen Erwähnung.

In ihrem Wahlprogramm hat die Union dieser Idee zwar keinen Platz eingeräumt – Kanzlerin Angela Merkel ließ auf dem deutschen Verbrauchertag durchaus erkennen, dass sie sich für eine einfache, kapitalgedeckte Deutschlandrente als Ergänzung zur Rente und betrieblicher und privater Vorsorge offen zeige. Auch die Grünen sprechen sich für einen staatlichen Bürgerfonds als Alternative oder Ergänzung zur privaten Altersversorgung aus. Bei den anderen Parteien reichen die Ideen von Basisabsicherung (FDP) über eine Pflichtmitgliedschaft von Selbstständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung (SPD).

So sehen die Analysten von Instinctif die Versicherer in der Pflicht: Die Versicherer müssen es schaffen, dass mehr Menschen vorsorgen – ansonsten wird die Schaffung eines staatlichen Konkurrenzproduktes zur privaten Altersvorsorge wahrscheinlicher.  

Interessant wird auch das Thema betriebliche Altersvorsorge noch einmal. Zwar vertreten Union und SPD hier derzeit die Auffassung, mit dem jüngst verabschiedeten Betriebsrentenstärkungsgesetz ihre Hausaufgaben gemacht zu haben, doch könnte das Thema schnell wieder auf den Tischen der Politiker landen. So fordert die Opposition (Grüne und Liberale), dass auch Unternehmen ohne Tarifbindung betriebliche Altersvorsorge anbieten sollen, die Linke spricht sich indes für Garantien aus. Das Thema kann also, je nach Wahlausgang, schnell wieder heiß werden.  

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