Risikovorabanfrage: Arbeiten Makler zu langsam?

Berater von Michael Fiedler

Makler, die für eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine Risikovorabanfrage (RVA) starten, arbeiten nicht auf Höhe der Zeit, so die Kernthese in einem Blog-Beitrag von Franke und Bornberg. Warum die RVA in den Augen vieler Makler dennoch unverzichtbar ist.

Risikovorabanfrage BU Berufsunfähigkeit

Ist die Arbeitsweise von mancher Maklern überholt? Fotolia / corradobarattaphotos

Makler, die heute noch anonymisierte Risikovorabanfragen einsetzen, arbeiten längst nicht mehr auf Höhe der Zeit, ist Katrin Bornberg, geschäftsführende Gesellschafterin der versdiagnose GmbH überzeugt. In einem Blogbeitrag stellt sie die (vermeintlichen) Vorteile ihres Tools heraus. Hauptargumente sind einerseits die wesentlich schnellere Reaktion und zum anderen, dass versdiagnose eine komplette Risikoprüfung durchführt.
Das Gegenargument, nur eine RVA würde die mögliche Weitergabe von Daten an die Risikodatei HIS verhindern, lässt Bornberg nicht gelten. Auf der von Franke und Bornberg sowie MunichRe initiierten Plattform seien HIS-Einträge nicht möglich. Denn die angeschlossenen Versicherer (Allianz Leben, Alte Leipziger, AXA, Barmenia, DBV, Delta Direkt, HDI, KlinikRente, LV 1871, Metallrente, die Stuttgarter, Signal Iduna, SwissLife, Volkswohl Bund und Zurich) hätten sich bereits gegen die Nutzung der HIS-Datenbank entschieden.
Um ihre These vom „unzeitgemäßen Makler“ zu untermauern, führt Bornberg ein Praxisbeispiel an: „Was wäre, wenn kein Versicherer den Kunden versichern will, der Kunde innerhalb der Wartezeit abspringt oder krank wird …? Und nicht zu vergessen: In demselben Zeitraum, der bei Tobias B. für einen BU-Vertrag anfällt, kann ein Anwender mit vers.diagnose drei, vier oder noch mehr BU-Beratungen mit Erfolg zum Abschluss bringen. Ohne das Risiko, Kunden wegen langer Wartezeiten mit anschließend negativen Ergebnissen zu verlieren.“

Makler verteidigen den Einsatz der RVA

Ob Zufall oder nicht: Den Makler Tobias B. gibt es wirklich: Tobias Bierl aus Bayern nämlich. Und noch ein „Zufall“: er ist spezialisiert auf die Absicherung biometrischer Risiken und ein Verfechter der Risikovorabanfrage. Herausgefordert von Frau Bornberg, sammelte Bierl seinerseits Stimmen und Argumente für eine anonyme Risikovorabanfrage. So folgten u.a. Matthias Helberg, Sven Hennig oder auch Guido Lehberg dem Aufruf Bierls, Argumente pro RVA zu sammeln.
Tenor: Versdiagnose ist nützlich, wenn der Interessent am besten keine oder wenig gesundheitliche Auffälligkeiten mitbringt.

Gleichwohl zeigt Bierl auch Verständnis für die Lage der Versicherer: „Teilweise bekommt manche Versicherungsgesellschaft am Tag hunderte Voranfragen, wo geschätzt nur 6-8 % zu einem anschließenden Antrag führen. D.h., dass über 90 % der Risikovoranfragen für die Versicherer einen Mehraufwand bedeuten, welcher nicht vergütet wird (da kein Antrag folgt). Das ist eine unbefriedigende Situation.“
Aber, so endet Bierl, kein Grund für Makler, ihre Position als Sachwalter des Kunden aufzugeben. Makler seien nicht dafür da, die Personalabbau-Pläne der Versicherer mitzutragen.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare