Nur 16 Lebensversicherer überzeugen bei Solvenz

Versicherungen Top News LV-Check von Martin Thaler

Der Bund der Versicherten hat zusammen mit dem Analysehaus Zielcke die Solvenzberichte der deutschen Lebensversicherer auf den Prüfstand gestellt. Das Ergebnis offenbart großen Nachbesserungsbedarf, nur wenige Versicherer können überzeugen.

Die Alte Leipziger konnte vor allem in puncto Transparenz überzeugen.

Die Alte Leipziger konnte vor allem in puncto Transparenz überzeugen. Foto: Alte Leipziger

Lebensversicherungen sind Vertrauensprodukte – Verbraucher schließen entsprechende Policen ab, um in 15, 20 oder 30 Jahren das Leistungsversprechen ihrer Versicherung abrufen zu können.  

Die Frage, die sich hierbei stellt, ist, ob die Versicherungen diese Versprechen auch halten können. Denn aufgrund der andauernden Niedrigzinsphase sind die Versicherer spürbar unter Druck geraten. Die Aufgabe, die versprochenen Beträge für ihre Kunden auch zu erwirtschaften, fällt vielen Unternehmen immer schwerer. Der Ausschuss für Finanzstabilität formulierte Anfang Juli mahnende Worte an die Bundesregierung: Die deutschen Lebensversicherer seien aufgrund der niedrigen Zinsen „merklich belastet“, es bestehe die Gefahr, „dass die erwirtschafteten Erträge nicht mehr ausreichen, um den langfristigen Verpflichtungen nachzukommen“.  

Seit Mai dieses Jahres müssen die Versicherer die sogenannten Solvenzquoten ausweisen, die Rückschlüsse auf die finanzielle Stabilität der Versicherer erlauben sollen. Je höher die Quote, so das Prinzip, desto eher können die Versicherer Extremereignisse, wie ein langfristige Krise am Finanzmarkt, überstehen.  

Doch geben die Solvenzberichte der Versicherer den Kunden wirklich Orientierung? Dieser Frage hat sich nun der Bund der Versicherten zusammen mit dem Analysten Carsten Zielke (Zielke Research Institut) gewidmet und die 84 Solvenzberichte der Lebensversicherer durchgearbeitet. Das nicht ganz überraschende Ergebnis: Die meisten Versicherer agieren intransparent.

„Lediglich 17 Unternehmen haben einen umfassenden, verständlichen und nachvollziehbaren Solvenzbericht vorgelegt“, heißt es in der Studienauswertung. Besonders überzeugt hat die Analysten dabei der Solvenzbericht der Alten Leipziger, der 14 Transparenzpunkte verliehen bekam.

Auf den weiteren Plätzen folgten die Öffentliche LV Berlin-Brandenburg (12) sowie die Universa und die WGV (jeweils elf). Am Ende des Tableaus finden sich dann die Debeka (minus 8 Transparenzpunkte), die Karlsruher Lebensversicherung sowie die Württembergische (jeweils minus 7). Insbesondere die Debeka wird als „Negativbeispiel für Intransparenz“ bezeichnet. Kritisiert wird, dass die Risiken nur grob umschrieben werden, Details nicht genannt. Zudem liege die „reine Solvenzquote“ (keine Übergangsmaßnahmen) bei lediglich 61 Prozent.  

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