Investment: Nicht ohne meinen Berater!?

Investmentfonds von Michael Fiedler

Geldanlage ohne Berater? Deutschlands Anleger sind zwiegespalten. Wo und wie sich Anleger bei Investments informieren und beraten lassen.

Beratung Investment Geldanlage

Noch nie einen Finanzberater in Anspruch genommen? 38 Prozent sagen das von sich. Fotolia / Prostock-studio

Vor einem Investment wird der Finanz- oder Bankberater informiert und er wird auch mit Kauf oder Verkauf beauftragt – 41 Prozent der Deutschen gehen so bei Geldanlagegeschäften vor. Der Anteil derjenigen, die sich ausschließlich online um ihre Geldgeschäfte kümmern, liegt bei 23 Prozent. Ein Großteil der Befragten fährt zweigleisig: 37 Prozent der Anleger greifen auf die Dienste ihres Beraters zurück; erledigen aber auch Aufgaben zur Vermögensanlage eigenständig über das Internet.
„Die Nutzung von Online-Angeboten rund um die Geldanlage dürfte in den kommenden Jahren immer selbstverständlicher werden. Doch auch in Zukunft werden Anleger mit komplexen Fragestellungen konfrontiert sein, zum Beispiel wenn Immobilien oder eine Firma ins Spiel kommen. In diesen Fällen ist eine persönliche Beratung unerlässlich“, sagt Lutz Neumann, Leiter Vermögensberatung der Sutor Bank.
Online-Angebote beruhten in der Regel auf einer einfachen Kategorisierung des Anlegers anhand eines überschaubaren Fragenkatalogs zu den Sparzielen. Einer fundierten Risikoanalyse, bei der die familiäre und berufliche Situation sowie andere persönliche Besonderheiten im Detail berücksichtigt werden müssen, werde dies allerdings nicht gerecht. „Ein Vermögensberater kann im ausführlichen Gespräch auf Risiken und auch steuerliche Fallstricke hinweisen, die von Anlegern leicht übersehen werden“, erklärt Neumann.

Eigenes Vermögen – kein Dauerthema

Nur wenige Anleger beschäftigen sich regelmäßig mit der Entwicklung des eigenen Vermögens. So setzten sich zwar 10 Prozent täglich mit ihrer Geldanlage auseinander, 11 Prozent jede Woche sowie 20 Prozent einmal pro Monat. Doch insgesamt 41 Prozent beschäftigen sich entweder nur quartalsweise, halbjährlich oder ein Mal pro Jahr mit der Vermögensanlage. Rund 17 Prozent der Befragten beschäftigen sich überhaupt nicht mit dem Thema Geldanlage.

Wo sich Anleger informieren

Auskünfte zur Geldanlage beziehen die meisten Anleger über ihren Finanzberater (46%). Zeitungen und Zeitschriften folgen mit 43 Prozent. Immerhin jeder Dritte (34 Prozent) besucht die Online-Seiten von Banken und auch Online-Vergleichsportale (28 Prozent) gehören zu den relevanten Informationsquellen. Jeder Vierte (26 Prozent) holt Ratschläge bei Freunden ein. Bei der Glaubwürdigkeit liegen Zeitungen und Zeitschriften vor Online-Foren sowie Finanz- und Bankberatern.

Zur Studie
Die Umfrage der Hamburger Sutor Bank wurde in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut explorare erstellt. Dazu wurden im März 2017 bundesweit 250 Menschen – repräsentativ für die Haushalte in Deutschland – in Telefon-Interviews über ihre Einstellung zum Thema Finanzberatung befragt.

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