IDD-Richtlinie: Heilige Kühe werden wieder nicht geschlachtet

Berater IDD Top News von Peter Härtling

IDD-Umsetzung: Maklern wurde kein Honorarverbot erteilt. Doch die Diskussion über Vergütungsformen hat nur vom eigentlichen Problem abgelenkt. Und das verursachen die Versicherer selbst, kommentiert Peter Härtling, Präsident vom Bundesverband der Ruhestandsplaner Deutschland, exklusiv auf procontra.

Peter Härtling_Ruhestandplanung_IDD_Honorartarife

Die Debatte über Vergütungsformen geht an den eigentlichen Problemen vorbei, findet Peter Härtling, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Ruhestandsplanung. Quelle: DGfRP

Versicherungsmakler können aufatmen: Der Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages hat gerade den Änderungsentwurf zur IDD-Umsetzung verabschiedet. Der wohl wichtigste Punkt, der bei der Maklerschaft für erhebliche Proteste gesorgt hatte, ist mit folgender Formulierung vom Tisch: „Der Versicherungsmakler soll auch gegenüber Verbrauchern sowohl auf Provisions- als auch auf Honorarbasis tätig werden können.“ Es wurde also kein Honorarannahmeverbot für den Versicherungsmakler ausgesprochen. Damit ist die existentielle Bedrohung tausender Berater auf dem ersten Blick vom Tisch. Ein Sieg der Vernunft?

Vergütungsform sagt nichts über Beratungsqualität

Aus meiner Sicht liefen die vorangegangenen Diskussionen zwischen Verbraucherschützern, Politik, Versicherungslobby und Maklerverbänden über die offensichtlich schlechtere Provisions- und die angeblich bessere Honorarberatung schon im Kern am Thema vorbei. Die Art der Vergütung sagt wohl kaum etwas aus über die Kompetenz eines Beraters. Doch die Versicherungslobby hatte es einmal mehr geschafft, vom Kernproblem abzulenken. Fakt ist: In Zeiten des Niedrigzinses lohnen sich herkömmliche Lebens- und Rentenversicherungen, die bei Versicherern jahrzehntelang für prall gefüllte Kassen sorgten, kaum mehr als rentable Anlageform für die Altersvorsorge.

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