Generali Vitality doch ganz in Ordnung?

Versicherungen von Florian Burghardt

Kritik für ihr Vitality-Programm ist die Generali schon gewohnt. Zuletzt hatten Datenschützer aus NRW die BaFin um eine Prüfung des Modells gebeten. Doch wie ist hier der Stand der Dinge? procontra fragte nach.

Die Generali verbuchte neben der Datenschützer-Kritik auch viele positive Signale für ihr Vitality-Programm.

Die Generali verbuchte neben der Datenschützer-Kritik auch viele positive Signale für ihr Vitality-Programm. Bild: Generali

Seit der Einführung ihres Vitality-Programms im vergangenen Sommer sieht sich die Generali dafür mit Kritik konfrontiert. Diese zielt auf die Verwendung der Kundendaten, durch deren Übermittlung sich die Versicherungsnehmer beispielsweise niedrigere Beiträge bei Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherungen erhoffen.

In ihrem jüngsten Datenschutzbericht hatte die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Nordrhein-Westfalen (LDI NRW) das Geschäftsmodell einer „überregionalen Versicherungsgesellschaft“ bemängelt – womit offenbar das Vitality-Programm von Generali gemeint war.

(Noch) keine BaFin-Bewertung

Weil die LDI NRW dem Programm eine Entsolidarisierungs-Dynamik vorwirft und die Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung anzweifelt, haben die Datenschützer die BaFin um eine versicherungsaufsichtsrechtliche Prüfung des Modells gebeten.

Zu dieser ist es aber offensichtlich noch nicht gekommen. „Eine versicherungsrechtliche Bewertung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht liegt uns nicht vor“, erklärte die LDI NRW auf procontra-Nachfrage und fügt hinzu: „Unabhängig von einem konkreten Geschäftsmodell sieht die Landesbeauftragte für Datenschutz den Einsatz von Wearables in Versicherungsverhältnissen unverändert kritisch.“

Positive Signale für Vitality

Die Aufsicht selbst begründete gegenüber procontra mit ihrer Verschwiegenheitspflicht, dass sie sich zu einzelnen Unternehmen und etwaigen Prüfungen nicht äußern dürfe. Jedoch würden Produkte wie Generali Vitality „aufsichtsrechtlich unter dem Aspekt der Wahrung der Belange der Versicherten überprüft“, so ein BaFin-Sprecher. Weiter heißt es von Seiten der Aufsicht: „In diesem Zusammenhang werden dann regelmäßig auch datenschutzrechtliche Erwägungen und organisatorische Ausgestaltungen überprüft und ein Gesamtergebnis formuliert.“

Dieses Gesamtergebnis scheint aus Sicht der Generali recht positiv ausgefallen zu sein. Ein Sprecher des Versicherers erklärte gegenüber procontra:

„In der Vergangenheit haben wir zahlreiche Gespräche über das Gesundheitsprogramm Generali Vitality mit institutionellen, politischen und akademischen Vertretern geführt. In diesen Gesprächen haben wir immer wieder das Signal erhalten, dass die Generali Vitality GmbH als verantwortungsbewusstes und vertrauenswürdiges Unternehmen wahrgenommen wird.“

Das Vitality-Programm besitzt für die Generali durchaus an Bedeutung. So konnten laut Medienberichten bereits rund 100.000 solcher Policen verkauft werden. Seit Anfang des Monats wird Vitality zudem mit dem Tarif "Comfort Plus" auch von Cosmosdirekt, dem Direktversicherer der Generali Deutschland, angeboten. 

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