Generali prüft Verkauf der Lebensversicherungs-Sparte

Top News Versicherungen von Martin Thaler

Der Versicherer leidet unter den andauernden Niedrigzinsen. Nun soll die Investmentbank Morgan Stanley einen Verkauf prüfen. Beschlossene Sache ist dieser allerdings noch nicht.

Die Generali prüft angeblich einen Verkauf der Lebensversicherungs-Sparte.

Die Generali prüft angeblich einen Verkauf der Lebensversicherungs-Sparte. Foto: Generali

Die Generali scheint einen Verkauf ihrer deutschen Lebensversicherungs-Tochter näher ins Auge zu fassen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Firmen-Insider vermeldet, hat der Versicherer die US-Investmentbank Morgan Stanley damit beauftragt, einen Verkauf der deutschen LV-Sparte zu prüfen. Auf procontra-Nachfrage bestätigte die Versicherung, dass der Verkauf bestimmter deutscher Bestände geprüft werden, jedoch nur eine von verschiedenen strategischen Optionen sei. Der Evaluationsprozess dauere allerdings noch an.  

Der Verkauf der Generali Leben hätte eine Größenordnung, die beispielsweise die Verkäufe der deutschen Lebensversicherungssparte der Basler bzw. der Arag deutlich in den Schatten stellen würden. So verfügt die Generali über Kapitalanalgen von 41,485 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der Kauf der Arag Lebensversicherung durch den Run-off-Spezialisten Frankfurter Leben umfasste Kapitalanlagen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro.

Wer also den Generali-Bestand erwerben möchte, muss Kapital mitbringen. Frankfurter-Leben-Chef Bernd Neumann hatte im vergangenen Jahr gegenüber dem Handelsblatt erklärt, in den kommenden fünf Jahren Kapitalanlagen von rund 30 bis 40 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Ob allerdings ein Bestand in der Größenordnung wie der der Generali stemmbar wäre, bleibt abzuwarten. Weitere in Frage kommende Run-off-Anbieter sind Viridium sowie Athene.

Eine von mehreren Optionen

Noch ist der Verkauf der Lebensversicherungs-Tochter auch nur eine von mehreren Optionen – eine Entscheidung zum Verkauf sei noch nicht gefallen, erklärten die Generali-Insider. Denkbar wäre unter anderem ein interner Run-off, wie ihn die Ergo praktiziert.

Mit der Cosmos Direkt und der Aachen Münchener, die vor allem auf fondsgebundene Policen setzen, würde sich die Generali nicht vollends aus dem Lebensversicherungs-Geschäft zurückziehen. Die Generali selbst hat zwar 2015 auch den Verkauf klassischer Policen eingestellt, sitzt allerdings noch auf einem hohen Berg der teils hochverzinsten Verträge. Stand 2016 hatte der Versicherer zwar deutlich weniger klassische Lebensversicherungen im Bestand als 2011 (2.030.683), mit 1.345.443 Policen jedoch noch immer eine sehr große Anzahl.  

 

Diese werden für die Lebensversicherer aufgrund der dauerhaft niedrigen Zinsen und der einst gewährten hohen Zins-Garantien zunehmend zum Problem. Gegenüber 2015 wuchs die Zinszusatzreserve (ZZR), mit der die Erfüllung der Garantieversprechen sichergestellt werden soll, um 528 Millionen auf nun 1,95 Milliarden Euro. 

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare