Fondsinitiator muss Schadensersatz zahlen

Sachwerte von Martin Thaler

Hannover Leasing soll einem Anleger 40.000 Euro an Schadensersatz zahlen. Grund hierfür ein nicht aktualisierter Verkaufsprospekt, entschied ein Münchener Gericht. Was die Richter zu bemängeln hatten.

Hannover Leasing soll einem Anleger rund 40.000 Euro Schadensersatz zahlen.

Hannover Leasing soll einem Anleger rund 40.000 Euro Schadensersatz zahlen. Foto: qimono - Pixabay.de

Der Fondsinitiator Hannover Leasing ist vom Münchener Landgericht (Az: 28 O 19462/16) zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 40.677 Euro verurteilt worden. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Rechtsanwalts Oliver Renner hervor. Grund für die Verurteilung war, dass das Unternehmen seinen Verkaufsprospekt für die geschlossene Beteiligung „Hannover Leasing Development, L. P.“ nicht rechtzeitig aktualisiert hatte.  

In dem Fall ging es um einen Anleger, der sich im Mai 2008 mit einem Betrag von 60.000 Dollar am Fonds beteiligt hatte. Die Hannover Leasing agierte dabei als Initiatorin, Anbieterin, Geschäftsbesorgerin, Eigenkapitalvermittlerin und Prospektherausgeberin des Fonds.  

Gegenstand des Fonds war die Projektentwicklung eines Shopping Centers namens „The Paddocks“ im amerikanischen Nashville. Laut Prospekt sollte besagtes Shopping-Center zwischen 2007 und 2010 gebaut werden. Die Beteiligungsdauer war mit rund drei Jahren geplant.  

Prospekt nicht aktualisiert

Laut Prospektangaben sollten die Anker-Mieter des Einkaufcenters, unter ihnen die Handelskette Wal-Mart, als spätere Grundstückseigentümer das Shopping-Center in Eigenregie bauen. Der Vollzug des Kaufvertrages sollte laut Prospekt am 31.12.2007 erfolgen. Tatsächlich war dies jedoch erst 2009 der Fall – hierdurch sowie aufgrund der Wirtschaftskrise, konnte eine Realisierung des Projekts nicht mehr wie geplant erfolgen. Die Verzögerungen bei der Realisierung fanden sich im Verkaufsprospekt 2008 allerdings nicht wieder, dieser war nicht aktualisiert worden.  

„Eine im Mai 2008 gebotene Aktualisierung des Prospekts dahingehend, dass die Grundstücksveräußerungen nicht zum 31.12.2007 vollzogen worden sind, sei nicht erfolgt. Daher hafte die Beklagte“, erklärte Renner.  

Das Münchener Gericht entschied aufgrund der besonderen Sachkunde, Kompetenz und Erfahrung, die die Fondsinitiatorin für sich in Anspruch genommen hat, dass eine Prospekthaftung im weiteren Sinne bestehe.

Noch ist das Urteil allerdings nicht rechtskräftig. Wie „Fonds professionell“ berichtet, hat das Unternehmen bereits angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. 

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