Erwerbsminderung: Psyche insbesondere für Jüngere ein Problem

Berater von Martin Thaler

Die Deutsche Rentenversicherung hat neue Daten zur gesetzlichen Erwerbsminderungsversicherung veröffentlicht. Bei den Gründen für die Erwerbsminderungkeit stehen psychische Probleme ganz vorne.

Man fühlt sich einfach erschlagen - psychische Gründe sind die Hauptursache für eine Erwerbsunfähigkeit.

Man fühlt sich einfach erschlagen - psychische Gründe sind die Hauptursache für eine Erwerbsunfähigkeit. Foto: Counselling - Pixabay.de

Wenn die Gesundheit sich dermaßen verschlechtert, dass die Ausübung eines Berufs nicht mehr möglich ist, bleibt vielen Menschen – es sei denn, sie haben eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können – nur die gesetzliche Erwerbsminderungsrente.  

Insgesamt 173.996 Menschen (87.870 Frauen und 86.126 Männer) bekamen diese im vergangenen Jahr neu bewilligt, wie aus neuen Zahlen hervorgeht, die die Deutsche Rentenversicherung nun vorgelegt hat. Somit bekamen im vergangenen Jahr insgesamt 1.703.869 Menschen eine Rente wegen voller Erwerbsminderung. Hinzu kommen noch 97.182 Menschen, die eine Rente aufgrund teilweiser Erwerbsminderung erhielten. Menschen mit voller Erwerbsminderung erhielten im 776 Euro, diejenigen mit teilweiser Erwerbsminderung indes nur 503 Euro.  

Aussagen machen die DRV-Daten auch zu den Gründen für die Erwerbsminderung. Mit großem Abstand, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, sind dabei psychische Gründe die Hauptursache für ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf. Bei Männern waren psychische Erkrankungen für knapp 30 Prozent aller Erwerbsminderungsfälle verantwortlich – Fälle, in denen Drogen- und Alkoholprobleme für die psychischen Störungen verantwortlich waren, waren hier noch nicht einmal hinzugezählt worden).

Je jünger, desto gefährlicher

Auf den folgenden Plätzen landeten bei den Männern Krankheiten des Muskel- Skelettsystems und des Bindegewebes sowie Krebserkrankungen („Neubildungen“) mit jeweils 12,7 Prozent.  Bei den Frauen fällt dieses Ergebnis noch deutlicher aus. Hier waren psychische Erkrankungen ohne Sucht für 47 Prozent aller Erwerbsminderungs-Fälle verantwortlich.  

Auffällig ist zudem, dass insbesondere junge Menschen an psychischen Erkrankungen erleiden. Bei den 20- bis 35-jährigen Frauen, die erwerbsunfähig wurden, waren psychische Erkrankungen in rund 60 Prozent der Fälle die Ursache, bei Männern sieht es ähnlich aus. Bei den 55- bis 59-jährigen Männern sind psychische Ursachen nur noch in 26 Prozent der Fälle für die Erwerbsminderung verantwortlich. Bei den Über-60-Jährigen sind es nur noch 18 Prozent.

Auch bei den Hauptgründen für eine BU-Versicherung stehen psychische Erkrankungen an erster Stelle. Die Argumentation, eine BU-Versicherung lohne sich nur in als gefährlich betrachteten Berufen, greift deshalb nicht. Auch Menschen, die am Schreibtisch arbeiten, sollten somit über den Abschluss einer BU-Versicherung nachdenken, erklärt Makler Guido Lehberg im Interview. 

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