Elementarschutz: Makler müssen aktiv beraten

Berater Top News von Florian Burghardt

Deutschland leidet aktuell unter den starken Regenfällen. Infolgedessen werden die Rufe nach Elementarschadenversicherungen lauter. Was Vermittler jetzt wissen sollten, hat procontra beim Berliner Maklerpool Aruna nachgefragt.

Zahlreiche Menschen, wie hier in Goslar, hoffen derzeit, dass ihre Versicherungspolicen die Unwetterschäden abdecken.

Zahlreiche Menschen, wie hier in Goslar, hoffen derzeit, dass ihre Versicherungspolicen die Unwetterschäden abdecken. Bild: Picture Alliance

Die starken und anhaltenden Regenfälle stellen weite Teile Deutschlands vor größer werdende Probleme. Im niedersächsischen Goslar wurde heute Katastrophenalarm ausgelöst und ganz in der Nähe, in Hildesheim, könnte die Evakuierung eines Wohngebietes mit über 1.000 Menschen notwendig werden.

Auch für Berlin wurde eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben. Wie der Tagesspiegel berichtet, sei in Berlin und Brandenburg im Zuge der Unwetter ein deutlich gestiegenes Interesse an Elementarschadenschutz für die Hausrat- und die Wohngebäudeversicherungen zu beobachten. Dies hätten mehrere Versicherer dem Blatt bestätigt.

Deshalb hat procontra bei dem Berliner Maklerpool Aruna nachgefragt, was für Vermittler gerade jetzt und auch in Zukunft beim Thema Elementarschutz wichtig ist. Stephan von Heymann aus dem Fachbereich Sach-HUK bei Aruna gab die Antworten.

procontra: Worauf müssen Makler bei der Vermittlung von Elementarschutz besonders achten?

Stephan von Heymann: Makler sollten Ihre Kunden im Zuge Ihrer Sachwaltereigenschaft aktiv auf den Elementarschutz ansprechen. Hierbei sollte der Umfang des Elementarschutzes detailliert dargestellt und diese Beratung entsprechend protokolliert werden. Gerade in Bezug auf Starkregenereignisse sollte man hier auch auf die nicht versicherten Schäden hinweisen. Versichert ist in der Regel eine Überschwemmung von Grund und Boden in Folge der Ausuferung von Gewässern oder durch Witterungsniederschläge. Rückstauschäden sind in der Regel nur versichert, wenn Wasser aus Gewässern oder durch Witterungsniederschläge bestimmungswidrig aus den gebäudeeigenen Ableitungsrohren oder damit verbundenen Einrichtungen in das Gebäude eindringt.

So ist zum Beispiel der Schaden bei einem Balkon, der durch Starkregen überflutet wird und dessen Ablauf der Wassermassen nicht mehr Herr wird, meist nicht versichert. Es fehlt hier am Oberflächenwasser – gemeint ist die Erdoberfläche – und für einen Rückstau fehlt es an den gebäudeeigenen Ableitungsrohren im Sinne der Wohngebäudebedingungen. Auch handelt es sich bei Regenwasser nicht um Leitungswasser.

procontra: Für Überschwemmungsrisiken gibt es eine Wartezeit. Ist es für einen Abschluss jetzt schon zu spät?

von Heymann: Es ist nie zu spät! Zumindest nicht für kommende Wetterereignisse. Es ist richtig dass viele Versicherer eine Wartezeit vereinbaren, diese beträgt in der Regel einen Monat nach Antragsstellung. Es gibt jedoch auch Versicherer ohne Wartezeiten im Elementarschadensbereich, wie zum Beispiel die InterRisk.

procontra: Beim Thema Elementarschadenversicherung herrscht noch keine große Durchdringung. Wie sollten Makler ihre Kunden generell auf das Thema Elementarschutz ansprechen?

von Heymann: Bei den meisten Menschen gilt die Elementarschadensversicherung hauptsächlich als Versicherung gegen die Ausuferung von Gewässern und wird daher oft nur bei Gebäuden in Nähe von Flüssen in Betracht gezogen. Hierbei wird jedoch der Zunahme von Überschwemmungen durch Starkregenereignisse ungenügende Beachtung geschenkt. Dies kann ein Beratungsansatz sein.

In der Vergangenheit wurde die Versicherungsbereitschaft der Kunden zudem noch durch staatliche Hilfen bei Elementarschäden gehemmt. Neuerdings sprechen sich jedoch immer mehr Bundesländer gegen pauschale Hilfsprogramme aus. Wer sich hätte selbst versichern können soll dabei zukünftig nicht mehr auf staatliche Hilfen hoffen können. Ich denke, diese Entwicklung ist eine gute Möglichkeit, um mit den Kunden zu dem Thema ins Gespräch zu kommen.

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