Debeka: Kein „systematisches Vorgehen“ gegen Makler

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Ärger um Maklervollmacht: Ein Schreiben der Debeka sorgt für Ungemach in der Maklerschaft. Während der Versicherer auf Einzelfällen beharrt, meldeten sich mehrere Makler mit wortgleichen Anschreiben. Welche Maßnahmen die Debeka eingeleitet hat.

Uwe Laue Debeka Maklervollmacht

Generaldirektor der Debeka, Uwe Laue, erhielt einen offenen Beschwerdebrief zum Vorgehen der Debeka bei der Erteilung von Maklervollmachten. Bild: Debeka

Ärger um Maklervollmacht und Korrespondenzpflicht erschweren Maklern die Aufgabe, als Sachwalter des Kunden tätig zu werden. Nun sorgt ein Fall bei der Debeka für Ungemach. Gegenüber Versicherungswirtschaft heute berichtete Makler Christopher Schätzl über ein Schreiben der Debeka, welches der Versicherer an die Mandanten von Schätzl übermittelte. In dem Schreiben heißt es:
„[...] die gewünschte Bevollmächtigung haben wir in unseren Unterlagen vermerkt. Bevollmächtigt ist [...]. Die Vollmacht beinhaltet rechtsverbindliche Willenserklärungen abzugeben bzw. entgegen zunehmen sowie über die Verträge wirtschaftlich zu verfügen und Zahlungen zu erhalten. Somit ist der Bevollmächtigte berechtigt, z.B. Verträge zu kündigen und Versicherungsleistungen zu erhalten. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie die Bevollmächtigung ändern oder entfallen lassen möchten.“

Debeka-Schreiben: Ein Fall für die BaFin?

Bei Mandanten würde so ein falscher Eindruck von der Maklerschaft erweckt – man könne ihn regelrecht als „Warnung“ vor Maklern lesen, argumentiert Schätzl. Für Jürgen Evers, Rechtsanwalt für Vertriebsrecht, könnte das Verhalten der Debeka sogar die BaFin auf den Plan rufen. Das Schreiben der Debeka ließe sich u.U. auch als Ankündigung des Versicherers verstehen, die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erbringung der Versicherungsleistung an den Versicherungsnehmer außer Acht zu lassen, zitiert Versicherungswirtschaft heute den Anwalt. „Debeka stellt die irreführende Behauptung auf, der Makler sei auf Grund der Vollmacht zum Geldempfangsvollmacht berechtigt oder sie behauptet irreführend, Versicherungsleistungen mit schuldbefreiender Wirkung gegenüber dem VN an den Makler erbringen zu können“, so Evers weiter. Damit könnte die Debeka auch von Maklern abgemahnt werden, die im Bezug auf die Betreuungspflichten mit dem Versicherer im Wettbewerb stehen.

Debeka: Kein „systematisches Vorgehen“

Die Debeka schildert den Fall gegenüber procontra so: „Ein Mitarbeiter hatte einen "Standard"-Brief mit einem Text versendet, der für andere Zwecke benötigt wird, nämlich für die "Vollmachterteilung an Privatpersonen". Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Familienangehörige oder Bekannte sich um die Versicherungsangelegenheiten des Versicherten kümmern. In einem solchen Fall halten wir diesen Hinweis auf die Auszahlungsmöglichkeit von Versicherungsleistungen an Bevollmächtigte zum Schutz unserer Mitglieder auch für angebracht.“ Derartige Anfragen kämen aufgrund der demografischen Entwicklung und bei sieben Millionen Versicherten vor, so die Debeka.

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