Das sind die Vorsorge-Pläne von CDU/CSU

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Bundeskanzlerin Angela Merkel und CSU-Vorsitzender Horst Seehofer haben das Wahlprogramm der Union für die kommende Legislaturperiode vorgestellt. Hier äußert sich die Union zur Zukunft von gesetzlicher Rente, privater Vorsorge und der Einführung einer Bürgerversicherung.

Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Parteichef Horst Seehofer stellten am Montag in Berlin das Wahlprogramm der Union vor.

Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Parteichef Horst Seehofer stellten am Montag in Berlin das Wahlprogramm der Union vor. Foto: dpa

Die letzten werden die ersten sein – so heißt es schon im Matthäus-Evangelium der Bibel. Über die Jahre ist dieser Ausspruch zur geflügelten Weisheit geworden – doch ist sie auch auf die CDU/ CSU anzuwenden. Als letzte der großen Parteien veröffentlichte die Union nun ihr Wahlprogramm für die kommende Bundestagswahl.

Im Gegensatz zu den Sozialdemokraten um Martin Schulz bleiben Christdemokraten und Christsoziale beim Thema Rente im vagen. Kanzlerin Angela Merkel berief sich bei der Vorstellung des Programms an diesem Montag in Berlin auf das 2007 beschlossene Rentenkonzept. Dieses sieht eine Senkung des Rentenniveaus auf 43 Prozent bei einer gleichzeitigen Erhöhung des Rentenalters auf 67 Jahre vor. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte sich dafür ausgesprochen, das Rentenniveau bis 2030 bei 48 Prozent zu stabilisieren. Merkel nannte das bestehende Konzept „tragfähig“ und „generationenübergreifend“.

Kommission soll Konzept erarbeiten

Für die Zeit nach 2030 soll eine möglichst parteiübergreifende Kommission, die auch die Tarifpartner einbezieht, erarbeiten, die Eckpunkte für die die Weiterentwicklung der Rente erarbeiten. Besagte Kommission solle dabei auch überprüfen, ob die betriebliche sowie die private Vorsorge überarbeitet werden solle, erklärte Merkel. Zwar soll die gesetzliche Rente „zentraler Pfeiler der Altersvorsorge“ bleiben, schreibt die Union. Jedoch sei auch die private Vorsorge (z.B. Riester-Rente) ebenfalls „von großer Bedeutung für eine nachhaltige und gute Altersversorgung“.  

Ergebnisse solle die Kommission „sehr schnell“ vorlegen, betonte Merkel und meinte damit die erste Hälfte der kommenden Legislaturperiode.  

Zum Thema Deutschlandrente ist im Wahlprogramm indes nichts zu finden. Auf dem Deutschen Verbrauchertag Mitte Juni hatte Merkel die sogenannte Deutschland-Rente - einen Non-Profit-Vorsorgefonds, der der bestehenden Riester-Rente Konkurrenz machen soll - noch als interessantes Produkt bezeichnet. 

Beim Thema Erwerbsminderungsrente möchten CDU/CSU  indes weiter nachbessern. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode hatte die Große Koalition zweimal die entsprechenden Zurechnungszeiten erhöht. „In der neuen Wahlperiode werden wir für diese Personengruppe weitere Verbesserungen durchsetzen“, heißt es im Wahlprogramm.  

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