BU-Vermittlung: Welche Rolle spielt die Courtage-Höhe?

Berater Top News von Michael Fiedler

„Wessen Brot ich ess`, dessen Lied ich sing`“ – gilt das etwa auch bei der Vermittlung von Berufsunfähigkeitsversicherungen? Eine Stichprobe untersuchte das.

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Ist die Höhe der Courtage das entscheidende Kriterium für die Auswahl des BU-Versicherers? Fotolia / freshidea

Versicherungsmakler sind Sachwalter ihrer Mandanten und haben als solche einen wichtigen sozialpolitischen Auftrag. Der Schutz vor den finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit gehört zweifellos dazu.
Doch nach welchen Kriterien entscheiden Makler, bei welchen Anbietern sie Versicherungsschutz für ihre Mandanten einkaufen?
Eine Antwort auf diese Frage liefert eine Befragung, die das Analysehaus PremiumCircle gemeinsam mit Versicherungsbote durchgeführt hat. Die 188 teilnehmenden Vermittler sind durchschnittlich seit 1998 in ihrem Beruf tätig, haben 286 BU-Verträge im Bestand, schlossen 2016 durchschnittlich 31 BU-Neuverträge ab und hatten seit Tätigkeitsbeginn 9 BU-Leistungsfälle.

BU-Auswahl: Diese Kriterien entscheiden

Gerade Verbraucherschützer sehen im Provisions- bzw. Courtage-Modell einen Interessenkonflikt. So wird unterstellt, die Auswahl von passendem BU-Schutz sei von der Courtage-Höhe abhängig. Die Ergebnisse der anonymen Befragung zeigen ein anderes Bild. Demnach sind entscheidend für die Produktauswahl:

  • Allgemeine Vertrags Bedingungen (AVB) => 59,2 Prozent
  • Leistungsverhalten => 27,2 Prozent
  • Produktpreis/Beitragshöhe => 9,0 Prozent
  • Annahmepolitik => 3,3 Prozent
  • Courtage-Höhe => 1,3

Ratings und Siegel weniger relevant

Bei der Produktauswahl für die eigenen Mandanten spielen Siegel und Rating-Ergebnisse eine geringere Rolle, als man annehmen könnte. So attestieren 46,5 Prozent der Befragten Siegeln und Ratings keine (25,1%) oder eine geringe (21,4%) Relevanz bei der Produktauswahl. Für 17,7 Prozent haben Siegel und Ratings eine hohe oder sehr hohe Relevanz bei der Auswahl von BU-Produkten.

Leistungsverhalten: Teilweise plausibel

Die Antworten auf die Frage wie das Leistungsverhalten der Versicherer eingeschätzt wird, sind weniger eindeutig:

  • Willkürlich und intransparent => 4,4 Prozent
  • intransparent => 27,6 Prozent
  • teilweise plausibel => 43,1 Prozent
  • nachvollziehbar und transparent => 21,5 Prozent
  • kundenorientiert und transparent => 3,3 Prozent

Claus-Dieter Gorr (PremiumCircle) sieht sich in seinem Bemühen um Transparenz und klare AVB durch die Umfrage-Ergebnisse bestätigt. Mehrfach hat das Unternehmen, das auch selbst Bedingungswerke für Versicherer entwickelt und dabei berät, mangelnde Transparenz und eine Vielzahl unbestimmter Begriffe in den AVB kritisiert.

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