Altersvorsorge: Jeder Achte hoffnungslos

Berater von Michael Fiedler

Vorsorge für das Alter ist wichtig – dieser Einsicht folgt aber kein Handeln, so eine aktuelle Umfrage. Die Studienmacher sehen darin Chancen für Arbeitgeber.

Altersvorsorge Betriebsrente Rente bAV

Besonders ältere Arbeitnehmer sehen für sich kaum noch Chancen in der privaten Altersvorsorge. Fotolia / pressmaster

Betrachtet man die Umfrage-Ergebnisse einer aktuellen Studie von Aon Hewitt, kann man zu dem Schluss kommen, dass viele Deutsche zu spät mit zusätzlicher, privater Altersvorsorge beginnen. Fast 64 Prozent der befragten Arbeitnehmer zwischen 25 und 34 Jahren haben die Planung ihrer Altersversorgung noch nicht abgeschlossen. Rund 26 Prozent haben noch nicht einmal damit begonnen. Dabei ist jüngeren Arbeitnehmern bewusst, dass sie ins Handeln kommen müssen. Der Aussage, dass Rente in den eigenen Verantwortungsbereich gehört, stimmen 45 Prozent der jüngeren Arbeitnehmer zu. Und fast drei Viertel (74,8 %) haben sich laut Studie bereits Gedanken über ihre Rente gemacht.

Chancen für Arbeitgeber

Aon Hewitt-Geschäftsführer Fred Marchlewski sieht darin „große Chancen“ für Arbeitgeber. Sie könnten sich durch Angebote zur betrieblichen Altersversorgung als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Marchlewski wies in diesem Zusammenhang auf den erwarteten Fachkräftemangel hin, der zu einem Wettbewerb um den besten Nachwuchs führen werde. Gerade mittelständische Unternehmen sollten sich mit den Möglichkeiten des neuen Betriebsrentenstärkungsgesetzes auseinandersetzen, um qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen.

Dramatischer ist die Situation allerdings für ältere Arbeitnehmer in der Altersgruppe 45 bis 65 Jahre. Diese Generation unterstützt und versorgt mitunter gleichzeitig eigene Eltern und Kinder. Um die eigene Alterssicherung zu planen, fehlen die finanziellen Mittel. Das zeigt auch die Studie. Fast jeder Fünfte (18 Prozent) in der Altersgruppe 45-65 Jahre bezeichnet seine Situation als hoffnungslos.
„Betriebsrenten können das Problem zwar alleine nicht lösen, aber einen wesentlichen Beitrag dazu leisten. Unternehmen sind deshalb gut beraten, auch für ältere Arbeitnehmer Angebote zu unterbreiten. Das ist dann auch ein Baustein dazu, wertvolles Know-how im Betrieb zu halten”, so Thorsten Teichmann, Geschäftsführer Aon Hewitt Pensions Insurance Broker, auf procontra-Nachfrage.
Erst kürzlich hatte die Dienstleistungsgewerkschaft verdi für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik ausgesprochen. Ein Großteil der Deutschen verdiene zuwenig, um später eine auskömmliche Rente zu bekommen.  

Zur Studie
Für die repräsentative Studie von Aon Hewitt wurden in Zusammenarbeit mit dem Statistikportal Statista die Antworten von 1.000 Arbeitnehmern ausgewertet.

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