Wie Makler junge Menschen erreichen - Folge 2

Berater Top News von Martin Thaler

Wer nach Versicherungen bei YouTube schaut, kommt an Bastian Kunkel kaum vorbei. Welche Erfahrungen der Makler gemacht hat, wie er junge Menschen anspricht und was er ihnen rät, lesen Sie im zweiten Teil unserer Serie.

Versicherungsmakler Bastian Kunkel (links) setzt auf Online-Beratung.

Versicherungsmakler Bastian Kunkel (links) setzt auf Online-Beratung. Foto: Kunkel

Wie bringt man jungen Menschen das Thema Versicherungen nahe? Makler Bastian Kunkel hat sich für das Medium YouTube entschieden. Seit April 2016 führt er auf seinem Kanal "Versicherungen mit Kopf" in die Welt der Versicherungen ein und erklärt alles, von der Riester-Rente bis zur privaten Unfallversicherung.

procontra: Das Thema Versicherungen gilt unter jungen Menschen als wenig attraktiv. Wie schafft man es dennoch, ihr Interesse zu wecken?

Bastian Kunkel: Ein wichtiger Punkt ist sicherlich, welche Sprache man benutzt, wie man sich gibt. Wenn man es schafft, möglichst normal oder gar salopp rüberzukommen, gelangt man mit den jungen Leuten wesentlich schneller auf eine Wellenlänge. Wenn man doch den einen oder anderen Versicherungsbegriff verwendet, muss der auch sofort erklärt werden. Dann wird es für die jungen Menschen auch interessiert, wenn sie die Zusammenhänge, die Themen auch verstehen. Ein wesentlicher Punkt ist auch, dass man den jungen Leuten nichts vormacht, also zu 100 Prozent authentisch ist. Hierzu gehört auch, dass man sich selbst nicht so ernst nimmt – in der Versicherungs- und Finanzbranche bekommt das nicht jeder hin. Das fängt auch schon bei den Äußerlichkeiten an: Ich kann nicht mit Hemd und Krawatte vor der Kamera auftauchen, das trifft die heutige Generation schlicht und einfach nicht.

procontra: Verfolgst Du diesen Ansatz auch abseits deines Youtube-Kanals?

Kunkel: Natürlich, dieselben Fragen spiegeln sich ja auch im Beratungsprozess wider. Auch hier merkt man, dass die jungen Menschen nicht gerne in irgendein Agenturbüro marschiert und gezwungene Gespräche führt. Ich biete diesen Menschen Online-Beratung an, für die man nur seinen Laptop aufzuklappen braucht oder sein Handy nehmen muss. Dann wird per WhatsApp oder Mail einfach eine Beratung via Skype ausgemacht. Wenn die Kunden das folgende Gespräch dann als unangenehm empfinden, können sie mich ja einfach wegklicken oder den Laptop zuklappen. Allein, dass sie diese Möglichkeit haben, ist meiner Meinung nach schon viel wert. Diese sogenannte Generation Y will sich einfach nicht in vorgefertigte Muster reinquetschen lassen, sie will selbst entscheiden.

procontra: Was heißt das genau?

Kunkel: Früher war es ja so, da kam der Versicherungsberater nach Hause und hat gesagt: Du hast jetzt einen Beruf, dann brauchst du Haftpflicht, Berufsunfähigkeitsversicherung und was zum Sparen. Das haben deine Eltern schon so gemacht, also machst du das genauso. Das funktioniert heute nicht mehr. Die heutige junge Generation sucht sich ihre Informationen selbst zusammen und entscheidet dann eigenständig, was wichtig für sie ist und was nicht. Das finde ich sehr spannend, weil der Makler dadurch weniger Verkäufer wird, sondern vielmehr Informationsdienstleister: Er beschafft Informationen, auf die sich die Kunden hundertprozentig verlassen können und auf deren Grundlage sie dann eventuell auch die Versicherung beim Makler abschließen. Und da darf man sich als Makler auch nicht zu schade sein, einfach einmal zu liefern, ohne eine direkte Reaktion zu erwarten. Wenn ich auf die Anfangszeit meines Youtube-Kanals zurückblicke: Da kam die ersten vier, fünf Monate nichts zurück, was sich jetzt geschäftsmäßig für mich gelohnt hätte. Aber das war in Ordnung: Es ging in den ersten Monaten nur darum, wichtige, gute Inhalte zu liefern und dafür nichts im Gegenzug zu erwarten.

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Seite 2: Was für Youtube als Kanal spricht
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