Wefox wird zum Versicherer

Berater Digital von Martin Thaler

In den Reigen der Online-Versicherer reiht sich ein weiteres Unternehmen ein. So will Wefox mit One an den Markt gehen. Ein Versicherer, der auch Maklern offen stehen soll.

Stephan Ommerborn soll den neuen Versicherer leiten.

Stephan Ommerborn soll den neuen Versicherer leiten. Foto: wefox

Wer in Zukunft seine Versicherungen digital abschließen möchte, muss sich in Zukunft nicht um einen Mangel an Anbietern sorgen. Mit dem in der vergangenen Woche gestarteten PKV-Anbieter Ottonova, Baloise-Tochter Friday, Element und dem Hybrid-Versicherer „flypper“ aus dem Hause Groenen stehen einige neue Versicherer in den Startlöchern bzw. haben diese bereits verlassen.  

Nun will auch das Insurtech Wefox (vormals Financefox) nachziehen. Wie das Unternehmen mitteilte, plane man einen neuen digitalen Versicherer, der im September dieses Jahres auf den Markt kommen soll. Dann sollen Kunden zu Beginn Hausrat- und Haftpflichtpolicen abschließen können – das Angebot soll in den Folgemonaten erweitert werden und schließlich „alle Lebensbereiche abdecken“, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. In einem Interview mit dem Online-Portal gründerszene.de spricht Wefox-Gründer Julian Teicke unter anderem von einer Lebensversicherung, die im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll.  

Der neue Versicherer soll dabei allen Vertriebspartnern offenstehen – auch den rund 600 Maklern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die nach Wefox-Angaben bislang mit dem StartUp kooperieren.   Beheimatet soll das Unternehmen in Lichtenstein sein. An Rücklagen kann das Unternehmen bislang auf zehn Millionen Euro aus der letzten Finanzierungsrunde verweisen. Da dieser Betrag nicht allzu hoch ist, konnte darüber hinaus die Munich Re als Rückversicherer gewonnen werden.  

Schneller Abschluss und Rückvergütungen

Vorgenommen hat sich Wefox mit One einiges: So sollen alle Abläufe im Front- auch auch im Backoffice voll digitalisiert ablaufen. Auch der Antragsprozess soll personalsparend ablaufen, stattdessen setzt der neue Versicherer auf Künstliche Intelligenz. „Innerhalb von drei Minuten sind Versicherungsauswahl und –Abschluss inklusive einfacher Bezahlung möglich“, heißt es von Seiten von wefox.  

Auch beim Schadenmanagement will man punkten. So werde angestrebt, rund 60 Prozent aller Schäden „in Echtzeit und vollautomatisch zu regulieren“. Auch ein Rückvergütungs-System ist geplant, bei dem Kunden ohne Schadenvorfälle mittels eines Punktesystems Teile der Versicherungsprämie zurückerhalten können. Ein ähnliches Konzept plant auch „flypper“ von Dominik Groenen.  

Personell ist die Gründung des neuen Versicherers mit einigen Änderungen verbunden. So soll Wefox-CEO Julian Teicke in Zukunft CEO der Wefox-Holding werden und sich auf die strategische Führung der Gruppe konzentrieren. Nachfolger von Teicke als CEO bei Wefox soll laut procontra-Informationen der jetzige Finanzchef des Unternehmens, Fabian Wesemann, werden. Offiziell soll die Personalie allerdings erst im Laufe der Woche bekannt gegeben werden.

Als CEO bei One soll Stephan Ommerborn agieren, der zuvor als Executive bei der Zurich Insurance Group tätig war. 

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