Über 700 Jobs weg: Allianz erzürnt Mitarbeiter

Versicherungen Top News von Florian Burghardt

In der internen Mitteilung wird Operations-Vorstand (COO) Dr. Rudolf Kubat wie folgt zitiert: „Wo Prozesse automatisiert und digitalisiert werden, verändern sich bestimmte Tätigkeiten, werden verlagert oder können sogar wegfallen. Eine Reduktion von Stellen ist nicht das Ziel, aber eine der Konsequenzen dieser Veränderungen, die sich nicht vermeiden lassen.“

Der mit der Digitalisierung begründete, geplante Stellenabbau könnte auch erklären, warum sich bei den ersten Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi in den aktuellen Tarifverhandlungen überwiegend Allianz-Mitarbeiter beteiligt hatten. Verdi fordert neben Gehaltserhöhungen auch den Abschluss eines „Zukunftstarifvertrags“, dessen Inhalte die Angestellten besser vor digitalisierungs-bedingtem Stellenabbau schützen sollen.

Ärger im Intranet

Bei einigen Allianz-Mitarbeitern scheint sich aufgrund der Situation aber auch Ernüchterung breit zu machen. In einem Kommentar im Intranet des Unternehmens vom 20.06.2017, einen Tag nach den jüngsten Streiks, heißt es: „Wo waren all die aufgebrachten Mitarbeiter gestern? Beim gestrigen Warnstreik in Stuttgart habe ich nur wenige gesehen, die Gesicht zeigten. Schade, wieder eine Chance vertan.“

In zahlreichen Kommentaren findet sich kein Verständnis für die Notwendigkeit der Maßnahme. Auch wird auf das zuletzt starke Wachstum der Allianz Deutschland verwiesen. Ein anderer Mitarbeiter schreibt: „In meinen Augen eine Änderung ohne Not. Bleibt nur die Hoffnung auf einen fairen Umgang mit uns Mitarbeitern. Ob der Kunde hier jemals im Vordergrund stand? Das Unwort Digitalisierung kann ich schon jetzt nicht mehr hören.“

Seite 1: Allianz streicht Stellen und konzentriert Standorte
Seite 2: Streiks und Wut

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare