Scope geht auf Angriffskurs zu Moodys & Co.

Top News Sachwerte von Stefan Terliesner

Torsten Hinrichs, CEO der Scope Group, und Sven Janssen, Geschäftsführer der Scope Analysis, über die Angriffspläne der europäischen Ratingagentur, ihr erweitertes Angebot für Fondsvertriebe und die derzeit beliebtesten Produkte.

Sven Janssen (rechts) und Torsten Hinrichs sprachen mit procontra über die Feri-Übernahme und die Fonds-Präferenzen der Anleger.

Sven Janssen (rechts) und Torsten Hinrichs sprachen mit procontra über die Feri-Übernahme und die Fonds-Präferenzen der Anleger. Foto: Scope

procontra: Herr Janssen, was bewegte Scope dazu, das Rating-Team von Feri zu übernehmen?  

Sven Janssen: Das FERI EuroRating-Team genießt hohes Ansehen für ihre Analysen von Aktien- und Anleihefonds. Scope Analysis wiederum ist der führende Anbieter von Fondsanalysen im Bereich alternativer Investments, allen voran Immobilienfonds. Die Analysespektren von Scope und FERI EuroRating ergänzen sich daher ideal.  

procontra: Nun wollen Sie den US-Anbietern Fitch, Moody´s und S&P Konkurrenz machen. Wie soll das gehen?  

Torsten Hinrichs: Wir wollen die europäische Stimme im globalen Ratingmarkt werden. Wir setzen der angelsächsische Perspektive auf Kreditrisiken eine europäische entgegen. Damit können wir zum Beispiel hiesige Besonderheiten bei der Unternehmensfinanzierung und den Bilanzierungsrichtlinien stärker berücksichtigen.  

procontra: Können Sie dafür Beispiele nennen?  

Hinrichs: Die US-Agenturen setzen Pensionsverpflichtungen mit anderen Verbindlichkeiten wie Anleihen oder Krediten gleich. Wir hingegen berücksichtigen den langfristigen Charakter von Pensionsverbindlichkeiten. Ein anderes Beispiel sind Liquiditätspolster. In Europa schätzen Unternehmen Liquiditätsreserven als Sicherheit. Die US-Häuser berücksichtigen dies in ihren Methoden nicht ausreichend.

procontra: Können Sie uns ein paar Fakten zur Rating-Abdeckung im Fondsbereich geben? 

Janssen: Derzeit bewerten wir rund 6.000 in Deutschland zum Vertrieb zugelassene UCITS-Investmentfonds aus allen Asset-Klassen mit einem Volumen von zusammen rund zwei Billionen Euro. Im Bereich der alternativen Investmentfonds - den AIF - bewerten wir sämtliche in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Immobilien-Publikumsfonds mit einem Volumen von zusammen rund 70 Milliarden Euro. Bei geschlossenen Fonds blicken wir auf rund 3.000 Ratings zurück – vor allem in den Asset-Klassen Immobilien, Flugzeuge, Schiffe, Erneuerbare Energien und Infrastruktur. Neben den Fonds haben wir in den vergangenen 15 Jahren rund 100 Asset-Manager und Zertifikate-Emittenten analysiert und bewertet.

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