PSG II-Umstellung: „Kollektivgedanke stand im Vordergrund“

Versicherungen von Michael Fiedler

procontra: Sie werben aber damit, dass Ihr Düsseldorfer Pflegegeld marktweit das flexibelste Pflegetagegeldprodukt sei. Wie passt das zusammen?

Hildebrandt: Es ist richtig, dass unsere Kunden im Neugeschäft Leistung und Beitrag nach ihren individuellen Bedürfnissen selber bestimmen können. Möglich ist das über ein Bausteinsystem. Welche Grade abgesichert werden sollen und jeweils in welcher Höhe oder ob zusätzlich eine Einmalleistung, erhöhte stationäre Tagegelder sowie eine Leistungsdynamik integriert werden sollen, legt der Kunde fest. Die erfolgte Vertragsumstellung im Zuge des Inkrafttretens des PSG II ist damit jedoch nicht zu verwechseln. Dabei wurde ohne eine erneute Gesundheitsprüfung eine Zusicherung für ein grundlegend verändertes Leistungsversprechen gegeben.

procontra: Wieso wurden den Kunden bei der Umstellung keine Wahlrechte eingeräumt?

Hildebrandt: Stellen Sie sich Kunde A und Kunde B vor. Beide sind langjährig versichert, A ist gesund, B ist inzwischen erkrankt und steht kurz vor der Pflegebedürftigkeit. Kunde A würde bei Wahlmöglichkeiten eher auf Leistungen verzichten, um Beitrag sparen zu können. Kunde B dagegen würde sein Augenmerk auf den Leistungsumfang legen, wenn ihm dies ohne erneute Gesundheitsprüfung offeriert werden würde. In Summe würde sich das Verhältnis zu Ungunsten der Gesamtheit der Versicherten verändern. Die Gesunden müssten dies langfristig durch höhere Beiträge ausgleichen. Das wäre nicht fair und widerspräche dem Kollektivgedanken.
Ich möchte aber anmerken, dass wir auf Anfrage alternative Downgrading-Angebote erstellt haben. Das kam vorrangig dann zum Tragen, wenn Kunden von sich aus auf den neuen Pflegegrad 1 verzichten wollten. Insgesamt zeigten sich unsere Kunden jedoch zufrieden mit der Umsetzung: Über 99 % der Bestandsverträge werden gemäß der erfolgten Umstellung fortgeführt.

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